vergrößern verkleinern
Norbert Haug fuhr früher im Porsche Carrera Cup selbst Rennen © getty

Norbert Haug berichtet von unterschiedlichen Reaktionen auf seinen Abschied von Mercedes. Er träumt von einer eigenen Rock-Band.

München - Norbert Haug hat erneut Spekulationen zurückgewiesen, wonach die Berufung von Niki Lauda in den Mercedes-Aufsichtsrat zu seiner Entmachtung geführt habe.

Der "Sport Bild" sagte der ehemalige Motorsportchef: "Da ist nichts dran. Niki Lauda ist ein Freund von mir. Er kam über mich zu Mercedes. Schon vor 15 Jahren habe ich die Kontakte gemacht."

Für die Zukunft bietet er Lauda seine Hilfe an: "Ich werde Niki immer mit Rat, so er den sucht, zur Seite stehen."

Haug nimmt Schuld auf sich

Dass es sich bei seinem Abschied bei Mercedes um einen Rausschmiss handelte, wollte er zumindest nicht dementieren:

"Solche Einschätzungen kann und will ich nicht verhindern - sie berühren mich auch nicht. Ich kenne die Wahrheit, und nur die ist für mich relevant", sagte Haug.

Der 60-Jährige hatte vergangene Woche das Ende seiner 22-jährigen Dienstzeit bei Mercedes verkündet. (BERICHT: Lauda wehrt sich)

"Es gibt in unserem Engagement eine Gesamtverantwortung und die hat der Motorsportchef", nahm er nochmals die Schuld für die ausbleibenden Mercedes-Erfolge in der Formel 1 auf sich.

Die Schwaben konnten seit ihrem Einstieg als eigenes Werksteam 2010 nur einen Sieg feiern. Haug ist aber zuversichtlich, dass Mercedes noch Erfolge in der Königsklasse einfahren wird: "Ich bin sicher, dass unser Team in Zukunft das von ihm Erwartete abliefern."

[kaltura id="0_f3oh8qwc" class="full_size" title="Haugs Abschied im Video"]

Unterschiedliche Reaktionen

Über die Reaktionen auf sein überraschendes Ende bei Mercedes sagte Haug: "Alle waren sichtlich betroffen. Ich habe von drinnen wie draußen überwiegend positives Feedback bekommen, und natürlich haben manche auch gesagt - und gedacht -, endlich ist er weg."

Er habe weiterhin engen Kontakt zu den Mitgliedern im Team, "zuvorderst zu Nico Rosberg und Lewis Hamilton. Es gibt keinen Groll", so Haug.

Zweitkarriere als Rockmusiker?

Konkrete Pläne für seine Zukunft hat Norbert Haug nicht.

Ein Comeback bei einem anderen Rennstall schließt der Schwabe (noch) aus. "Erst gibt's vielleicht ein Comeback am Klavier". kündigte er in der "Bild" an.

Als Rockmusiker würde er dann nach dem Reisestress mit dem Rennzirkus doch wieder auf Tournee gehen.

"Es gibt da die spaßige Idee, mit befreundeten Musikern eine No-Ticket-Tour zu starten. In Hallen oder Stadien fur uns selbst zu spielen, ohen Publikum. Da gibt es keine schlechten Kritiken", berichtet Haug von seinen musikalischen Plänen.