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Lewis Hamilton (l. mit Vettel) wurde 2008 Weltmeister in der Formel 1 © imago

Marc Surer macht in seiner WM-Rechnung Hamilton zum Champion 2012. Mercedes-Geschäftsführer Fry setzt Brawn unter Druck.

Von Andreas Kloo

München - Der langjährige Sportchef ist weg, aber ein neuer Fahrer bald da.

Und Mercedes-Neuzugang Lewis Hamilton bekommt schon jede Menge Vorschusslorbeeren.

Formel-1-Experte Marc Surer bezeichnet den Vierten der Fahrerwertung gar als wahren Weltmeister.

"Ich bin der Meinung, Hamilton müsste Weltmeister sein. Wenn man sich mal alles durchrechnet, kommt man automatisch zu diesem Schluss", behauptet der Schweizer im Interview mit "motorsport-total.com".

Surer zeigt Probleme auf

Er untermauert seine These mit konkreten Beispielen: "Er ist zweimal in Führung liegend ausgefallen, in Singapur und Abu Dhabi. Dann haben sie ihm in Barcelona im Qualifying zu wenig Benzin eingefüllt."

Zudem verweist er auf die Ausfälle in Brasilien, Hockenheim und Belgien, wo Hamilton ebenfalls der Schnellste des Feldes war.

Einen konkreten Fehler Hamiltons sieht er nur bei dessen Zusammenstoß mit Pastor Maldonado in Valencia.

Hamilton im Pech

Vor allem Pech habe den Briten um den zweiten WM-Titel nach 2008 gebracht.

Aber auch Unvermögen seines Teams. Es sei entscheidend, keine Boxenstopps zu verhauen. "Es ist sicher das Team daran schuld, dass Hamilton nicht Weltmeister wurde", glaubt Surer.

Ob das bei seinem neuen Team Mercedes besser laufen wird, bleibt abzuwarten.

Hamilton und Alonso auf einer Stufe

Deren Geschäftsführer Nick Fry ist aber von den Fähigkeiten des Neuzugangs ähnlich überzeugt wie Surer.

"Meiner Meinung nach sind Lewis und Fernando Alonso die beiden besten Fahrer", lautet Frys Urteil.

Und Triple-Weltmeister Sebastian Vettel? Der könnte laut Fry in der Gruppe der besten Fahrer sein. Die Betonung liegt auf könnte. Denn: "Er hatte immer das beste Auto, er muss es also erst beweisen", sagte der Brite bei "Autosport".

[kaltura id="0_f3oh8qwc" class="full_size" title="Haugs Abschied im Video"]

Druck für Brawn

Hamilton dagegen könne dagegen auch mit einem Auto gewinnen, das nicht unbedingt das Beste ist.

Allerdings ist es Mercedes in den letzten Jahren nicht einmal gelungen, das zweit- oder drittbeste Auto herzustellen. Die Erwartungen an das Team steigen nun mit der Verpflichtung Hamiltons.

Diese sei sehr motivierend für das Team. "Sie setzt es aber auch unter Druck, weil Ross (Brawn, Anm. d. Red.) für ihn ein sehr gutes Auto entwickeln muss."

Indirekt erhöht Fry damit vor allem den Druck auf Teamchef Brawn. Das "Superhirn" steht im vierten Jahr bei Mercedes unter Zugzwang.

Harte Kritik von Stuck

Experte Hans-Joachim Stuck sieht ihn sogar als Hauptschuldigen für die der Silberpfeile

"Die Misserfolge in der Formel 1 sind einzig Brawn anzulasten", sagte der 61-Jährige dem "Focus".

"Das Auto war einfach nicht schnell genug. Wie es geht, hat McLaren doch mit seinem Mercedes-Triebwerk eindrucksvoll bewiesen. Selbst ein kleines Team wie Force India hat mit den Mercedes-Motoren tolle Erfolge eingefahren", kritisierte "Strietzel".

Kein Ersatz für Haug

Ob Brawn weiterhin auch die Unterstützung eines Motorsportchefs bekommt, ist fraglich.

Allem Anschein nach wird Haugs Stelle bei Mercedes nicht neu besetzt.

Einer der potentiellen Kandidaten, Gerhard Berger, hat Gerüchte um ein Engagement bei den Schwaben jedenfalls zurückgewiesen: "Das steht absolut nicht zur Diskussion", sagte der frühere Formel1-Pilot und BMW-Motorsportdirektor bei "Autosport".

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