Die Mercedes-Kollegen Hamilton und Rosberg kennen sich aus gemeinsamen Kart-Zeiten. Nun wollen sie mit Silber hoch hinaus.

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Jerez - Lewis Hamilton lehnte mit dunkler Sonnenbrille und in Jeans im Schatten der Boxenmauer, als Nico Rosberg den neuen Silberpfeil zu ersten offiziellen Testrunden auf den Circuito de Jerez steuerte (671553DIASHOW: Die Tests in Jerez).

Der Ex-Weltmeister, der "jede Sekunde" nutzen möchte, um sich mit seinem neuen Arbeitsplatz vertraut zu machen, musste diesmal seinem deutschen Freund den Vortritt lassen. Zusammen sollen sie aber Mercedes im Jahr eins nach Michael Schumacher auf Erfolgskurs bringen.

Teamchef Ross Brawn ist überzeugt, eine "großartige Fahrerpaarung" zu haben, weil die beiden zwar "befreundet sind, sich aber auch gegenseitig schlagen wollen." Auch Rosberg ist sich sicher, "dass es mit Lewis sehr gut funktionieren wird".

Formel-1-Traum erfüllt

Vor mehr als einem Jahrzehnt fuhren die Beiden im selben Kart-Team und träumten von der Formel 1. "Damals hat es geklappt, warum sollte es jetzt nicht klappen", sagte Rosberg, der gleichzeitig betonte: "Ich stehe immer im Wettkampf mit Lewis."

Für Hamilton ist nach seinem Wechsel von McLaren zu den Silberpfeilen vor allem erstmal "alles neu". "Als ich am Sonntag zum ersten Mal ins Fahrerlager gekommen bin, habe ich kurz bei McLaren gehalten und wusste gar nicht so genau wohin", gab der 28-Jährige zu (671107DIASHOW: Das ist der neue Silberpfeil).

Hamilton lächelt Kritik weg

Wehmut kommt bei Hamilton trotzdem nicht auf. Die Kritik einiger Ex-Fahrer, Hamilton hätte sich mit dem Wechsel zu Mercedes verschlechtert, zaubert dem smarten Engländer nur ein müdes Lächeln ins Gesicht: "Jeder kann sagen, was er will." Seine Entscheidung nennt Hamilton "eine Entscheidung des Herzens".

Trotzdem weiß auch der Weltmeister von 2008, dass in dieser Saison eine Menge Arbeit auf ihn wartet, bevor 2014 mit den neuen Turbo-Motoren eine neue Ära eingeleitet wird, in der Mercedes vermeintlich wieder ganz vorne mitmischt.

"Ich muss aus jeder Sekunde im Auto das Maximale herausholen, aber ich muss mich erst an alles gewöhnen", sagte Hamilton: "Das Lenkrad zum Beispiel hat doppelt so viele Knöpfe wie vorher. Ein paar bin ich aber schon losgeworden."

Wie vor sechs Jahren

Hamilton fühlt sich bei Mercedes an seine Anfänge in der Königsklasse im Jahr 2007 erinnert. Im Gegensatz dazu stehen ihm aber deutlich weniger Testtage zur Verfügung. Nicht nur deshalb hofft Hamilton, "dass die anderen Teams nicht zu große Fortschritte gemacht haben".

Er selbst hat sich bereits die Nächte mit den Mechanikern um die Ohren geschlagen, um seine Vorstellungen möglichst schnell umgesetzt zu bekommen.

Mit Freundin und Bulldogge

Als Glücksbringer soll in Zukunft übrigens Bulldogge Roscoe fungieren. Zusammen mit Dauerfreundin Nicole Scherzinger hat Hunde-Fan Hamilton den 13 Wochen alten Welpen in die Familie geholt.

Einen Reisepass hat Roscoe bereits, "bei Bernie (Ecclestone, d.R.) habe ich schon für eine Dauerakkreditierung nachgefragt." Sollte das klappen, könnte sich Hamilton auf Deutsch freuen. "Wunderbar" kann er nämlich schon sagen.

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