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Nico Rosberg begann seine Formel-1-Karriere 2006 bei Williams © imago

Nach dem schwachen Auftakt bei den Jerez-Tests setzt der Mercedes-Pilot kleine Ziele. Hamilton bemängelt den fehlenden Abtrieb.

Von Felix Götz

München - Lewis Hamilton krachte nach 15 Runden mit einem Leck in der Bremsleitung in einen Reifenstapel, bei Nico Rosbergs Boliden schlugen nach 14 Runden aufgrund eines Problems mit der Elektrik Flammen aus dem Heck:

Der Auftakt von Mercedes bei den Testfahrten in Jerez erinnert frappierend an das Pannen-Jahr 2012, an dessen Ende die Plätze elf und 13 in der Fahrerwertung und ein fünfter Rang in der Teamwertung standen. (671553DIASHOW: Die Tests in Jerez)

"Zu Beginn der Wintertests zeigen sich oft kleine Probleme, das ist schließlich ein total neues Design", wollte Rosberg nichts von einem Krisengerede wissen.

Doch auch der 27-Jährige ist offensichtlich vorsichtig geworden, die vergangene Saison scheint ihm noch immer in den Kleidern zu hängen.

Rosberg sehr vorsichtig

Rosberg möchte auf keinen Fall erneut eine Saison erleben "wie im letzten Jahr, als wir ganz okay begonnen haben und dann total abgefallen sind".

Vom Titel spricht der Sieger des Großen Preises von China 2012 nicht, er wäre bereits mit kleinen Fortschritten zufrieden.

"Eine Verbesserung könnte zum Beispiel sein, über die Saison gesehen konstanter zu sein", meinte Rosberg zu "Autosport":

"Eine Verbesserung könnte aber auch sein, dass wir das ganze Jahr über ein Auto haben, das okay ist - mit ein oder zwei Siegen vielleicht. Hauptsache, wir haben Fortschritt."

Abstand zu Topteams verringern

Ein oder zwei Siege können allerdings kaum der Anspruch des neuformierten schwäbischen Rennstalls sein. (671107DIASHOW: Der neue Mercedes)

Es gilt, den Abstand zu den Topteams Red Bull, Ferrari und McLaren deutlich zu verringern.

Dessen ist sich offenbar auch Aufsichtsratschef Niki Lauda bewusst.

Krisengespräch in Jerez?

Laut "Bild" zog sich der dreimalige Formel-1-Champion nach dem zweiten Testtag in Andalusien sofort mit Motorsportchef Toto Wolff und Teamchef Ross Brawn zum Krisengespräch zurück.

Anschließend soll Lauda früher als geplant die Rennstrecke verlassen haben - die Stimmung scheint nicht allzu glänzend zu sein.

"Das ist natürlich alles ein bisschen ärgerlich. Wir müssen daran arbeiten, die Kinderkrankheiten auszumerzen", sagte Wolff zu "Sky", nachdem er als Nachfolger von Norbert Haug auch einen ganz persönlichen Fehlstart hingelegt hatte.

Weniger Abtrieb als McLaren

Hoffnung gibt es für Mercedes trotzdem. Das Auto ist bisher zwar extrem unzuverlässig, scheint aber zumindest vom Speed her ganz gut dabei zu sein.(SERVICE: Die Resultate aus Jerez)

"Ich bin ziemlich glücklich mit dem Auto, ich denke wir haben eine gute Basis, an der wir arbeiten können", sagte Hamilton über den F1 W04.

Was dem Engländer nicht gefällt ist, dass der Mercedes weniger Abtrieb als sein McLaren in der vergangenen Saison hat.

"Ich pushe die Aerodynamik-Jungs so viel ich kann, denn die Aerodynamik ist wichtig. Der Abtrieb des McLaren, der zu Saisonende so konkurrenzfähig gewesen ist, war unglaublich - man merkt ganz klar einen Unterschied. Aber es könnte schlimmer sein", erklärte Hamilton.

2013 nur ein Übergangsjahr?

Was für Mercedes 2013 drin ist, bleibt also abzuwarten.

Womöglich wird es tatsächlich nur ein Übergangsjahr.

Denn erst 2014, wenn das neue Motorenreglement gilt, sehen die Silberpfeile wieder eine richtig gute Chance, um den Titel in Angriff zu nehmen.

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