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Felipe Massa wurde 2008 in einem Ferrari Vizeweltmeister © imago

Massa fährt die schnellste Runde, doch seltsame Geräusche und ein Brand machen der Scuderia zu schaffen. Der Boss wird unruhig.

Von Felix Götz

München - Mäßige Runden an den ersten beiden Tagen, die Bestzeit von Felipe Massa und zum Abschluss ein Auto in Flammen:

Ferrari weiß nach den ersten Testfahrten der Saison in Jerez überhaupt nicht, was das Auto zu leisten im Stande ist. ( 671553 DIASHOW: Die Tests in Jerez )

"Ich wage nicht zu sagen, wo wir am Beginn der Weltmeisterschaft stehen werden", sagte Massa.

Dabei drehte der Brasilianer am dritten Tag in Andalusien die schnellste Runde der gesamten Tests, wollte davon aber nichts wissen.

"Bestzeit bedeutet gar nichts"

"Die Bestzeit bedeutet gar nichts", erklärte Massa: "Sie ist nur Kosmetik."

Was der 31-Jährige meinte: Die Scuderia schnappte sich am dritten Tag die schnellste Runde mit weichen Reifen, während der zweitplatzierte Nico Rosberg im Mercedes mit Medium-Pneus über den Circuito de Jerez brauste.

"Die weiche Mischung hat mehr Zeit gebracht, als wir dachten", räumte Massa ein. (SERVICE: Die Resultate aus Jerez)

Unruhe in der Heimat

Die Bestzeit war für Ferrari wichtig. In Italien drohten die Medien bereits nach den ersten beiden Tagen unruhig zu werden, und auch Scuderia-Präsident Luca di Montezemolo soll mit dem Start in das Formel-1-Jahr 2013 nicht sonderlich glücklich gewesen sein.

"Es nimmt so einem großen Team wie uns Druck von den Schultern", sagte Massa, fügte allerdings hinzu:

"Ich stehe mit meinen Füßen zu 100 Prozent auf dem Boden. Es ist immer schön, Erster zu sein, aber davon können wir uns nichts kaufen. Die Tests zählen nichts, es kommt auf die Rennen an. Und vor dem ersten Rennen müssen wir noch sehr viel arbeiten."

Zwei Vorfälle machen Sorgen

Das zeigten zwei Vorfälle beim italienischen Rennstall in Jerez ganz besonders.

Zum Einen gab der neue F138 teilweise merkwürdige Motorengeräusche von sich, zum Anderen ging der Bolide in Flammen auf, als Ersatzfahrer Pedro de la Rosa mit ihm unterwegs war.

Nach nur zwei Installationsrunden wusste sich der frühere HRT-Pilot mit einem Sprung aus dem Cockpit retten, weil ein im Bereich des rechten Auspuff-Endrohres entstandenes Feuer die Verkleidung am Seitenkasten in Brand gesetzt hatte.

Was genau das Problem ist, behalten die Ferrari-Verantwortlichen wie im Fall der merkwürdigen Motorengeräusche bislang für sich.

Alonso vor Rückkehr

Sicher ist, dass Ferrari bis zu den am 19. Februar beginnenden Testfahrten auf dem Circuit de Catalunya nahe Barcelona noch einiges zu verbessern hat.

Dann wird auch Vizeweltmeister Fernando Alonso ins Cockpit zurückkehren.

Es gab Meldungen, wonach Alonso nicht wie von seinem Team verkündet des Fitnesstrainings wegen verzichtete, sondern aus Verletzungsgründen.

Ferrari dementiert Gerüchte

Der Spanier habe sich im Januar bei einem Kartrennen eine Rippenverletzung zugezogen, war zu hören.

"Es ist offensichtlich, wie hart Fernando derzeit trainiert. Dieses Gerücht ist völliger Blödsinn und absolut unwahr", teilte Ferrari mit.

Fakt ist, dass eine baldige Rückkehr Alonsos ins Cockpit für die Scuderia enorm wichtig ist. Bis zum Saisonstart am 15. März in Australien wird die Zeit knapp.