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Lewis Hamilton fuhr vor seinem Wechsel zu Mercedes sechs Jahre für McLaren © getty

Mercedes sieht dem Saisonstart mit viel Zuversicht entgegen. Hamilton erwartet eine Hitzeschlacht, Wolff macht sich Druck.

Von Tobias Wiltschek

München - Noch ein enttäuschendes Jahr darf sich Mercedes nicht erlauben. Das wissen die Verantwortlichen.

Deshalb nutzten die Silberpfeile das Karriere-Ende von Michael Schumacher, um auch die Führungsriege im Team kräftig umzukrempeln.

Im vierten Jahr seit dem Wiedereinstieg von Mercedes als Werksteam in die Formel 1 sind die Stuttgarter zum Erfolg verdammt.

Das weiß auch Toto Wolff, der als Motorsportchef die Nachfolge von Norbert Haug angetreten hat (NEWS: Alles zur Formel 1) .

"Fehler kann ich mir nicht erlauben"

"Fehler kann ich mir nicht erlauben. Wir sind geholt worden, um das Team zu drehen, und wenn wir es nicht drehen, dann sind wir weg", erklärte der Österreicher in offenen Worten im "ORF".

Zusammen mit seinem Landsmann Niki Lauda steht Wolff nun in der Verantwortung, die Silberpfeile dorthin zu führen, wo Mercedes von den eigenen Ansprüchen her hingehört: an die Spitze.

Erste Hinweise darauf, ob sie in diesem Jahr endlich im Konzert der Großen mitspielen können, gibt der Auftakt des PS-Elitezirkels in Melbourne am kommenden Wochenende (Training, Fr. ab 6 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

"Erst im Qualifying am Samstag wird jedes Team seine Karten auf den Tisch legen, und erst dann werden wir den ersten Hinweis erhalten, wie unsere Performance einzuordnen ist", sagte Wolff.

Hitzeschlacht in Australien

Dort - im Albert Park der australischen Metropole - stehen die Piloten gleich zu Saisonbeginn vor einer ganz besonderen Herausforderung (DATENCENTER: Der Rennkalender).

"Heißer als Satans Fußnägel" sei es in Melbourne, twitterte Schumis Nachfolger Lewis Hamilton bei 36 Grad Celsius in "Down Under".

Die Bedingungen in dieser höllischen Hitze lassen sich also überhaupt nicht vergleichen mit den eher mäßigen Temperaturen bei den Tests in Jerez und Barcelona, wo es teilweise auch sehr regnerisch war.

Der neue Silberpfeil deutete trotzdem an, dass in diesem Jahr mit Mercedes zu rechnen ist. Die Bestzeiten von Hamilton und Nico Rosberg auf dem Circuit de Catalunya vor den Toren Barcelonas verblüfften die anderen Teams doch augenscheinlich ? und sorgen für Optimismus beim schwäbischen Rennstall.

Rosberg und Hamilton zuversichtlich

"Ich bin mir sicher, dass wir Erfolg haben werden", sagte Rosberg, der in der vergangenen Saison in China den einzigen Grand-Prix-Sieg für Silber einfahren konnte.

Und sein Teamkollege Hamilton ergänzte: "Wir sollten auf dem Boden bleiben. Trotzdem bin ich überzeugt davon, dass wir im Laufe der Saison mindestens einmal gewinnen können. Ich weiß nur nicht, wann."

Der Weltmeister von 2008, der Schätzungen zufolge zwischen 20 und 25 Millionen Euro verdient, fühlt sich schon nach wenigen Monaten sichtlich wohl bei seinem neuen Arbeitgeber

"Fokus auf dem Fahrer"

"Hier liegt der Fokus etwas mehr auf dem Fahrer und dessen Leistung", verglich Hamilton die Arbeitsbedingungen seines neuen Rennstalls mit dem seines früheren Teams McLaren.

"Die Mitarbeiter sind alle so enthusiastisch bei der Arbeit und wollen sich ständig verbessern. Sie geben sich wahnsinnig viel Mühe, mit mir zusammen noch mehr Geschwindigkeit aus dem Auto herauszuholen."

Das Lob beruht auf Gegenseitigkeit.

"Beim Lewis ist es so, dass er nicht nur schnell Auto fährt und sehr talentiert ist, sondern auch ein besonderes Gespür für die Mitarbeiter hat", preist Wolff den britischen Superstar.

Bereits nach wenigen Tagen habe er die Namen aller 50 Teammitglieder gekannt und sich bemüht, auf die Leute zuzugehen.

Schumi drückt die Daumen

Auch Hamiltons Vorgänger Schumacher sieht sein Ex-Team auf einem guten Weg.

"Ich hoffe, dass wir die Früchte der Arbeit aus den vergangenen Jahren bald ernten können", sagte der Rekord-Weltmeister.

"Schon im vergangenen Jahr waren wir Anfang des Jahres ganz gut dabei, haben aber dann das Potenzial übers Jahr hinweg nicht halten oder gar ausbauen können. Ich hoffe, dass dies mit der verbesserten Infrastruktur mit mehr Ingenieuren in dieser Saison eher möglich sein wird."

Dafür werde er kräftig "die Daumen drücken".

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