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Fernando Alonso gewann in seiner Karriere schon 30 Formel-1-Rennen © getty

Der Herausforderer von Champion Vettel gibt sich vor dem Malaysia-GP ungewohnt pessimistisch - wegen des großen Ferrari-Problems.

Von Tobias Wiltschek

München - Fernando Alonso: der Kämpfer, der Provokateur, der unerschütterliche Optimist.

So zeigte sich der Spanier in den vergangenen Jahren häufig, vor allem im Duell mit seinem großen Rivalen Sebastian Vettel.

Doch vor dem Großen Preis von Malaysia (Training, Fr., ab 6 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) schlägt der Ferrari-Star plötzlich leisere Töne an.

"Unter normalen Umständen ist das Podium wohl mehr oder weniger das Maximum, was wir erreichen können", sagte er bei "Sky Sports F1" mit Blick auf die ersten Asien-Grand-Prix dieser Saison in Malaysia, China und Bahrain.

Beeindruckender Start

Eine Aussage, die vor dem Hintergrund des beeindruckenden Saisonstarts verwundert, den die Scuderia in Melbourne mit Platz zwei für Alonso und Rang vier für Felipe Massa hingelegt hat (DATENCENTER: Das Renn-Ergebnis).

So gut waren die Roten zum Auftakt einer Saison seit dem Doppelsieg in Bahrain 2010 nicht mehr.

Außerdem hatte Alonso selbst noch bei den Winter-Testfahrten geschwärmt, sein Auto sei nun "200 Mal besser" als das misslungene Modell der Vorsaison.

Dennoch "wäre es eine Überraschung, wenn wir eines der ersten Rennen gewinnen würden", stapelt der Weltmeister von 2005 und 2006 tief.

Alonso hofft auf Regen

"Natürlich wäre es willkommen", sagt Alonso über einen möglichen Sieg in der Auftaktphase der Saison. "Dafür brauchen wir aber ungewöhnliche Bedingungen, zum Beispiel Regen in Malaysia wie im vergangenen Jahr."

Natürlich erinnert er sich noch gern an das Rennen in Sepang 2012, als er bei sintflutartigen Regenfällen in sensationeller Manier von Startplatz acht zum Sieg fuhr.

Damals wie heute hat Ferrari aber mit einem Problem zu kämpfen, das Alonso als die große Schwachstelle in seinem Team ausmacht.

"Es muss uns gelingen, häufiger weiter vorn zu stehen", fordert der Vize-Weltmeister mit Blick auf die bescheidene Qualifying-Perfomance der Scuderia.

Kein technischer Defekt

Die hatte dem Traditionsrennstall aus Maranello im vergangenen Jahr wohl den Titel gekostet. Obwohl Alonso nicht ein einziges Mal wegen eines technischen Defekts ausfiel, verlor er als Opfer von Startunfällen in Spa und Suzuka wertvolle WM-Punkte.

"Einige der Zwischenfälle in der ersten Kurve ließen sich vermeiden, wenn wir nicht von Startplatz acht oder sechs losfahren würden", so der 31-Jährige.

Das Problem hat Ferrari aber nicht erst seit der Verpflichtung von Alonso im Jahr 2010.

"Nicht das stärkste Auto"

"Seit 2007 haben wir nicht unbedingt das stärkste Auto im Qualifying", sagt Teamkollege Massa, der nun schon in seiner achten Saison den roten Renner pilotiert.

Warum das so ist, weiß aber auch der Brasilianer nicht: "Unmöglich zu erklären".

Bis zum Start in die Europa-Saison Mitte Mai sollten sie das Problem aber spätestens in den Griff bekommen haben. Dann steht für Alonso der Heim-Grand-Prix in Barcelona an.

Der Circuit de Catalunya wäre für den Asturier wohl der ideale Startpunkt für einen Siegeszug, der mit dem dritten WM-Titel enden soll.

Neben der Verbesserung im Qualifying gehört für den zweimaligen Champion die Zuverlässigkeit des Autos zu den entscheidenden Faktoren. "Das müssen wir wiederholen", sagt Alonso im Hinblick auf die Stärke in der vergangenen Saison.

Domenicali erwartet wieder Krimi

Für Teamchef Stefano Domenicali ist der richtige Umgang mit den sensiblen Reifen eine weitere wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Saison. "Es geht darum, das so schnell wie möglich zu verstehen", so der Italiener, der eine Wiederholung des WM-Krimis vom letzten Jahr erwartet.

"Ich bin überzeugt, dass der WM-Kampf in diesem Jahr ein ganz enger wird und bis zum letzten Rennen offen bleiben wird."

Alonso könnte wohl auch mit einer etwas nervenschonenderen Entscheidung gut leben.

Alonsos großer Wunsch

"Ich bin jetzt seit drei Jahren bei Ferrari, zwei Mal habe ich bis zum letzten Rennen um den Titel gekämpft. In beiden Fällen sprang unterm Strich Rang zwei heraus", erinnert sich Alonso.

"In diesem Jahr wollen wir ein anderes Endergebnis sehen. Das ist das einzige, was sich noch verbessern lässt."

Da zeigt er sich also doch wieder, der kämpferische Alonso.

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