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Fernando Alonso liegt nach zwei Rennen auf Platz sechs der Fahrer-WM © getty

Nach seinem Ausfall in Sepang macht sich der Ferrari-Pilot über den Streit bei Red Bull lustig. In China will er aufs Podium.

Von Tobias Wiltschek

München - Seinen Humor hatte Fernando Alonso schnell wieder gefunden.

Noch am selben Tag, an dem er beim Malaysia-Grand-Prix früh ausgeschieden war, nahm der Ferrari-Pilot die Streithähne von Red Bull aufs Korn (227871DIASHOW: Die legendären Teamduelle).

"Ausgerechnet heute, wo ich nicht auf dem Podest stehe, entgeht mir ein toller Moment", stichelte er gegen seinen Rivalen Sebastian Vettel und dessen Teamkollegen Mark Webber.

Denen sah man wegen der von Vettel missachteten Stallorder die Spannungen noch auf dem Podium deutlich an.

"Ich werde versuchen, sie nicht mehr alleine lassen", warf Alonso noch hinterher.

Spiel mit dem Feuer

Ein paar Stunden zuvor hatte der Spanier noch überhaupt nichts zu lachen gehabt. Schon beim Start verbog er sich den Frontflügel seines Ferrari, nachdem er ins Heck von Vettels Red Bull gerauscht war.

Statt das Auto sofort an der Box zu reparieren, spielte die Scuderia mit dem Feuer und ließ den zweimaligen Weltmeister auf der Strecke. Ferrari hoffte, dass der Flügel noch bis zum geplanten ersten Boxenstopp durchhält, und riskierte einen kapitalen Abflug - der dann in der zweiten Runde prompt erfolgte.

"Unter normalen Bedingungen müsste man hereinkommen, doch da wir gerade den Übergang von einer feuchten zu einer trockenen Fahrbahn erlebten, hätten wir die Helden des Wochenendes sein können. Leider war dem nicht so", erklärte Stefano Domenicali, der als Teamchef die Verantwortung für den Ausfall des Spaniers übernahm.

Statt des Helden-Status erwarben sich die Roten die zweifelhafte Auszeichung "Deppen des Wochenendes" - und ernteten scharfe Kritik.

Stuck kritisiert Ferrari

"Das grenzt an Verantwortungslosigkeit. Er hätte damit auch leicht einen Unbeteiligten rausreißen können", wetterte SPORT1-Kolumnist Hans-Joachim Stuck. Das Aus sei die gerechte Strafe gewesen.

Von Ernüchterung ist bei Ferrari nach Alonsos Ausfall und Platz fünf für Felipe Massa aber keinesfalls die Rede. Auch Domenicali schaltete sofort nach dem Rennen wieder auf Angriffsmodus.

"Wir sind mit Sicherheit vorn dabei", sagte der Italiener über die Leistungsfähigkeit der roten Renner und sieht sein Team für die kommenden Rennen gut gerüstet: "Es wird Strecken geben, die unserem Auto besser liegen."

Alonso zuversichtlich

Darauf setzt auch Alonso - schon bei den kommenden Asienrennen in China und Bahrain. "Wenn wir ein Wochenende mit normalen Bedingungen haben, dann hoffen wir auf ein gutes Qualifying und auf eine gute Punkteausbeute", gibt sich der Asturier bei "Autosport" optimistisch.

Auf jeden Fall will er dort mehr Zähler holen als in der vergangenen Saison, als er sich nach dem Überraschungscoup in Malaysia mit den Rängen sieben und neun zufrieden geben musste.

Der Doppelsieg der "Bullen" beim diesjährigen Rennen in Sepang beunruhigt den 31-Jährigen genauso wenig wie sein Rückstand von 22 Punkten auf den Weltmeister (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer):

Update für China

"Ich finde nicht, dass Red Bull so beeindruckend war. Wir wussten, dass sie in Malaysia Probleme mit dem Abbau der Reifen hatten. Daher denke ich, dass wir auf dem Podest hätten stehen können."

Um Alonso diesen Wunsch beim nächsten Rennen in Schanghai wieder erfüllen zu können, plant Ferrari dort schon den Einsatz eines ersten Updates am F138.

Schließlich will der Spanier in dieser Saison seinen großen Titelrivalen Vettel ja nicht mehr alleine aufs Podium lassen.