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Lewis Hamilton (r.) und Nico Rosberg holten in dieser Saison zusammen bislang 37 Zähler © getty

Mercedes will beim Großen Preis von China an die guten Leistungen der Vorjahre anknüpfen. Wolff kündigt technische Änderungen an.

Von Christoph Lother

München - An den knapp 5,5 Kilometer langen Schanghai International Circuit haben sie im Lager von Mercedes beste Erinnerungen.

Dort feierte Nico Rosberg beim Großen Preis von China im vergangenen Jahr nicht nur den ersten und bislang einzigen Sieg seiner Formel-1-Karriere, sondern auch den ersten seines 2009 gegründeten Rennstalls.

"Ich mag die Strecke sehr und habe mit unserem aktuellen Auto ein gutes Gefühl vor diesem Grand Prix", zeigte Rosberg bei "Autor, Motor und Sport" seine Vorfreude auf das dritte Rennen des Jahres (Training, Freitag 8 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER).

Starke Auftritte von Rosberg

Grund zum Optimismus hat der 27-Jährige genug.

"Ich habe das Rennen dort in den vergangenen drei Jahren jeweils angeführt", blickte Rosberg auf seine letzten Auftritte in China zurück, die er 2010 als Dritter und ein Jahr später als Fünfter beendete.

Und auch in dieser Saison schnupperte der Wiesbadener nach seinem Ausfall beim Auftakt in Melbourne eine Woche später in Malaysia als Vierter schon wieder am Podest.

"Wir hatten einen starken Start in die neue Saison, und ich bin überzeugt, dass wir weiter angreifen und in China sowie Bahrain hoffentlich ähnlich gute Resultate erzielen können", sagte Rosberg.

Stallorder soll Ausnahme bleiben

Anders als zuletzt in Kuala Lumpur müsste Rosberg seinem neuen Teamkollegen Lewis Hamilton dabei wohl auch nicht noch mal auf Anweisung von oben den Vortritt lassen.

"Bei uns gibt es keine Nummer eins oder Nummer zwei. Unsere Fahrer sind gleichberechtigt", versicherte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff im "kicker" und führte mit Blick auf die umstrittene Stallorder von Malaysia aus:

"Das Risiko in dieser besonderen Situation war, dass beide Autos durch einen erhöhten Benzinverbrauch stehen bleiben, zumal dann, wenn sich Lewis und Nico um Platz drei ein Duell geliefert hätten. Dann wären wir ganz dumm dagestanden, und die ganze Welt hätte über uns gelacht."

Hamilton zweifacher Sieger in China

Lachen durfte diesmal nur Hamilton, der nach Rang fünf zum Auftakt seine erste Podestplatzierung als Mercedes-Pilot einfuhr.

Das Podium in Schanghai kennt der Brite unterdessen schon annähernd so gut wie seine Westentasche.

Dreimal in Folge fuhr Hamilton hier zuletzt unter die ersten Drei. 2008 und 2011 grüßte der damalige McLaren-Pilot bei der Siegerehrung sogar von ganz oben.

Wolff: "Alles fängt bei Null an"

Blenden lassen will sich Motorsportchef Wolff von den überzeugenden Leistungen seiner beiden Fahrer und des gesamten Teams bei den zurückliegenden Rennen in China nicht.

"Dieses Jahr fängt alles bei Null an. In den letzten Jahren ist Mercedes auf dieser Strecke immer stark gewesen. Aber wir dürfen nicht davon ausgehen, sondern müssen hart daran arbeiten, wieder eine ähnliche Performance zu zeigen", betonte der Österreicher.

Schließlich würden "die Homeruns von gestern nicht das Spiel von heute gewinnen", legte Wolff bei "Autosport" nach.

Neue Teile sollen Erfolgschancen erhöhen

Daran, dass die Silberpfeile auch diesmal wieder für Furore sorgen können, arbeiten sie in den Mercedes-Werken derzeit mit Hochdruck.

"Wir haben weitere neue Teile für das Rennen in China vorgesehen", deutete Wolff technische Veränderungen an, ohne nähere Details zu verraten.

Naheliegend ist, dass bei der Aerodynamik der Boliden nachgebessert wurde. Schließlich war der mangelnde Abtrieb zuletzt einer der großen Schwachpunkte im Vergleich mit den bislang dominierenden Rennern von Red Bull.

Rückstand auf Red Bull weiter verkürzen

Das Weltmeister-Team habe "es geschafft, in kürzester Zeit die Reifen zu verstehen", staunt Wolff und gesteht indirekt gewisse Anpassungsschwierigkeiten seines eigenen Teams an die umstrittenen neuen Pirelli-Reifen.

Deshalb gelte es, "Gas zu geben, um den Rückstand auf die Spitzenautos weiter zu verringern", betonte der 41-Jährige.

Am besten schon auf der Lieblingsstrecke der Silberpfeile in China.

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