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Rosberg (v.) holte in China 2012 den bislang einzigen Sieg der neuen Silberpfeil-Ära © imago

Mercedes geht als Mitfavorit in den China-GP. Nicht nur die Erinnerung an 2012 macht Nico Rosberg stark. Das Powerranking.

Von Tobias Wiltschek

München - Erst zwei Rennen haben die Piloten in dieser Saison hinter sich gebracht.

Doch das noch junge Formel-1-Jahr sorgte schon für viele spektakuläre Duelle und heiß diskutierte Aktionen.

Protagonisten und Beobachter blicken daher schon gebannt auf die dritte Station, den Shanghai International Circuit.

Dort wird sich zeigen, wie Red Bull und Mercedes ihre Stallorder-Affären verarbeitet haben, ob Ferrari im Qualifying weiter aufgeholt hat und ob Kimi Räikkönen wieder für eine Überraschung sorgen kann.

SPORT1 blickt voraus auf den Grand Prix von China (Training, Freitag ab 7 Uhr im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) und wagt eine Prognose, wer die besten Chancen im Reich der Mitte hat.

RED BULL:

Zweifellos sind die "Bullen" auch in Schanghai die Top-Favoriten auf den Sieg, obwohl sie dort in Person von Sebastian Vettel (2009) erst einmal gewinnen konnten.

Die bisherigen Vorstellungen in dieser Saison lassen aber den Schluss zu, dass Vettel und sein Teamkollege Mark Webber in China ganz vorn dabei sind (DATENCENTER: WM-Stand Teams).

Vor allem der amtierende Weltmeister zeigte sich zuletzt in Sepang in bestechender Form und sollte auch auf dem sehr anspruchsvollen Kurs in Schanghai seine Stärken ausspielen können.

Für Vettel spricht auch, dass er sich mittlerweile auf die Pirelli-Pneus gut eingestellt hat und sehr schonend mit ihnen umgehen kann. Das könnte ein großer Vorteil sein, denn die Strecke erfordert wegen ihrer engen, aber langgezogenen Kurven ein gutes Reifenmanagement.

Auf die Unterstützung von Webber kann sich der Deutsche dagegen nicht mehr verlassen, nachdem sein Team die Stallorder für beendet erklärt hat.

MERCEDES:

Die zweitbesten Chancen haben die Silberpfeile. Der ungewöhnliche Kurs mit seinen beiden langen Geraden und den vielen langgezogenen Kurven geht vor allem auf die Vorderreifen. Die verschleißt Mercedes nicht so stark wie andere Teams.

Und: Nico Rosberg holte hier mit seinem Sieg im vergangenen Jahr und einem dritten Rang 2010 zwei seiner bislang sieben Podestplätze. Sein Triumph 2012 war ein überlegener Start-Ziel-Sieg. Er hatte sich damals auch die Pole-Position gesichert.

Auch sein Teamkollege Lewis Hamilton hat gute Erinnerungen an China. Er konnte hier als bislang einziger Fahrer zweimal gewinnen, allerdings noch für McLaren.

Wie bei Red Bull darf man auch bei den Silberpfeilen gespannt sein, wie sich das Bekenntnis gegen eine Stallregie auf der Strecke auswirken wird (BERICHT: Rosberg brennt auf Revanche).

FERRARI:

Für das italienische Traditionsteam dürften in Schanghai die Trauben noch zu hoch hängen.

Bei der Scuderia beklagt man zwar weniger Reifenverschleiß, aber im Rennen fehlten zuletzt noch ein paar Sekunden auf Red Bull und die überraschend starken Silberpfeile.

In diese Phalanx könnte Fernando Alonso nur dann einbrechen, wenn er seine fahrerische Klasse optimal auf die Strecke bringt (BERICHT: Alonso mit Mut der Verzweiflung).

Auch die Ergebnisse der letzten China-Rennen sprechen nicht für den Spanier: Alonso wartet dort seit fünf Jahren auf einen Podiumsplatz.

LOTUS:

Ein Überraschungscoup von Kimi Räikkönen wie in Australien ist zwar nicht ausgeschlossen, aber doch schwer vorstellbar.

Der Vorsprung des "Iceman" und seines Teams in Sachen Reifenbehandlung ist inzwischen geschmolzen - vor allem gegenüber Vettel und den Ferrari-Piloten.

Romain Grosjean scheint in dieser Saison zwar nicht mehr so übermotiviert unterwegs zu sein wie im vergangenen Jahr, als er zwei Startunfälle provozierte. Doch zu mehr als einem Platz unter den Top 6 dürfte es für den Franzosen nicht reichen.

Nur wenn die Auspuff-Updates die gewünschte Verbesserung bringen, kann sich Lotus unter den ersten drei Teams im Konstrukteurs-Ranking halten.

MCLAREN:

Die Chrompfeile stellten in den vergangenen fünf Schanghai-Rennen drei Mal den Sieger.

Auf eine Fortsetzung dieser positiven Serie sollten die Briten aber nicht hoffen. Zu holprig verlief der Start in diese Saison.

Zumindest scheint die harte Arbeit am MP4-28 nach dem völlig verkorksten Rennen in Melbourne langsam Früchte zu tragen. Jenson Button war in Sepang auf einem guten Weg in die Top 5, ehe er nach einem verpatzten Boxenstopp nach hinten durchgereicht wurde.

Da auch sein neuer Teamkollege Sergio Perez in Malaysia nicht über Platz neun hinauskam, bleibt für McLaren noch allerhand zu tun. Wenn sie in China einen Fahrer unter die ersten Sechs bekommen, wäre das schon ein Erfolg.

FORCE INDIA:

Das Team um Adrian Sutil hätte die ganz große Überraschung der bisherigen Saison werden können.

Nach den Plätzen sieben und acht für den Deutschen und seinen schottischen Kollegen Paul di Resta zum Auftakt verhinderten in Sepang Probleme mit den Radmuttern ein ähnlich gutes Ergebnis.

Von der Leistungsfähigkeit der Autos zu urteilen, sollte Force India auch in China wieder vor Sauber stehen und einige Punkte mitnehmen können.

SAUBER:

Den Schweizern wurde vor Saisonbeginn von der Konkurrenz sehr viel zugetraut. Umsetzen konnten sie ihr Potenzial aber noch nicht.

Erst vier Punkte und Platz sechs in der Konstrukteurs-Wertung sind für Nico Hülkenberg und Esteban Gutierez viel zu wenig.

"Hülks" bisherige Platzierungen in Schanghai geben dazu kaum Anlass zur Hoffnung auf Besserung. Bei seinen zwei Auftritten bis dato sprang jeweils nur der 15. Platz heraus.

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