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Nico Hülkenberg (l.) liegt in der Fahrerwertung einen Punkt hinter Adrian Sutil © imago

Hülkenberg und Sutil galten als Podestkandidaten, sind davon aber weit entfernt. "Hülks" Sauber lahmt, das Pech bremst Sutil.

Von Raphael Weber

München - Prophezeit wurden ihnen Podestplätze und Pokale. Stattdessen gibt es Reifenschlitzer, Crashs und Tempo-Trouble für die beiden deutschen Piloten hinter Sebastian Vettel und Nico Rosberg.

In den ersten vier Rennen plagten Nico Hülkenberg und Adrian Sutil reihenweise Probleme.

Ganze fünf WM-Pünktchen hat Hülkenberg auf dem Konto, in Bahrain war er als Zwölfter satte 26 Sekunden von den Punkten entfernt.

Während sein Sauber aktuell aber einfach zu langsam ist, wird Sutil (sechs WM-Punkte) bei Force India vom Pech verfolgt: Ausfällen in Malaysia und China folgte ein Plattfuß beim Bahrain-GP.

In der WM liegen die beiden deutschen Pechvögel somit nur auf den Plätzen zwölf (Sutil) und vierzehn (Hülkenberg). (DATENCENTER: Die Fahrerwertung)

Hülkenberg ernüchtert

Ein ernüchterndes Fazit zog Hülkenberg in Bahrain gegenüber "Motorsport aktuell": "Mehr war nicht drin."

Dass auch Chefingenieur Tom McCullough konstatierte, es sei eigentlich alles nach Plan gelaufen, macht die Sorgen bei Sauber nicht kleiner. (DATENCENTER: Renn-Ergebnis)

"Einfach zu langsam"

Dass die hecklastige Strecke in Bahrain dem C32 mit seiner eher geringen Traktion Probleme bereiten würde, war Sauber bereits vorher klar - Platz zwölf für "Hülk", 18 für Esteban Gutiererrez dann aber doch eine Enttäuschung.

Ausdrücklich "nicht glücklich" war daher auch Teamchefin Monisha Kaltenborn, die gegenüber dem "Blick" unverblümt klarstellte: "Unser Auto ist einfach zu langsam."

Fast schon entschuldigend machte sie bei "Motorsport aktuell" vor allem Hülkenberg Hoffnung: "Nico ist ein gutes Rennen gefahren, es ist nun unsere Pflicht, ihm ein schnelleres Auto zu geben."

Besserung in Barcelona

Die Arbeiten dafür laufen auf Hochtouren: Zum Europa-Start in Barcelona warten die Eidgenossen mit einem Upgrade-Paket auf.

"Das Auto ist eindeutig nicht schlecht", verteidigte Kaltenborn den bisher so unterlegenen C32 dann aber doch, man dürfe die Situation "nicht dramatisieren." Wichtig sei, "dass die Ingenieure wissen, was das Problem ist und dass sie Lösungen haben".

Dabei sollen auch die Erkenntnisse aus den Rennen in China und Bahrain helfen.

Hülk verteidigt Wechsel

Ob sich "Hülk" die Zeiten bei Force India zurückwünscht?

Pauli di Resta fuhr in Bahrain beinahe aufs Treppchen, in Melbourne spulte Sutil gar elf Runden in Führung ab - Hülkenberg war nach Tank-Problemen beim Auftaktrennen gar nicht erst gestartet.

Dennoch verteidigt er seinen Wechsel zu Sauber. "Es handelt sich um ein Top-10-Auto", sagte der 25-Jährige gegenüber "Autosport", "und wir können ein Auto entwickeln, mit dem wir konstant in die Punkte fahren können - da bin ich mir sicher."

Allerdings droht der Plan, sich mit Siegen für Topteams wie Ferrari zu empfehlen, am schwachen Sauber zu scheitern. (706789DIASHOW: Die Bilder des Bahrain-GP)

Die Hoffnung auf Siege dürfte nach dem Holperstart stark geschwunden sein, auch wenn Hülkenberg versichert: "Ich will Siege, aber ich bin nicht mit dem Glauben, jedes Rennen zu gewinnen, hier hergekommen - das wäre nicht realistisch."

Sutil mit bitterem Nuller-Hattrick

Bei Landsmann Sutil im Force India läuft es derzeit ebenfalls alles andere als optimal.

Nach Führungskilometern und Platz sieben beim Melbourne-Auftakt ging es für den 30-Jährigen bergab. "Drei Mal null Punkte ist natürlich sehr bitter", haderte Sutil nach dem Bahrain-GP gegenüber "Motorsport-total": "So darf es nicht weitergehen."

Besonders bitter beim Nuller-Hattrick: Die Fehler Anderer kosten den Deutschen Punkte und Podestchancen.

Massa schlitzt, Gutierrez rammt, Crew patzt

Auf dem Wüstenkurs schlitzte Felipe Massas Frontflügel Sutil den Vorderreifen auf. "Ich war außen, gab ihm eine Menge Platz, aber er war neben der Ideallinie und berührte mein rechtes Vorderrad", beschreibt der Leidtragende die Szene. Das Rennen war gelaufen: "Ich musste an die Box kommen und verlor eine Menge Zeit, was mich meine Chance kostete, Punkte zu holen."

In China war ihm Sauber-Pilot Gutierrez Sutil in Runde fünf ins Heck gerauscht. Weil sich beim folgenden Boxenstopp auch noch die Hinterradbremse entzündete, musste der Deutsche seinen Force India abstellen.

In Malaysia hatte die Boxencrew massive Probleme beim Reifenwechseln, Sutil blieb erneut nichts anderes übrig, als nach 27 Runden in der Teamgarage aus seinem Boliden zu steigen.

Top-Performance nach Plattfuß

Speziell der Reifenschaden nun in Bahrain wurmt Sutil, der die zweitschnellste Rennrunde fuhr, aber enorm: "Es ist enttäuschend, in einem Rennen, das so vielversprechend aussah, einen Plattfuß zu bekommen."

Auch Teamchef Vijay Mallya haderte: "Wir hätten beide Autos in die Punkte bekommen sollen."

Dennoch zeigte Sutil eine starke Performance und pflügte nach dem Rückschlag vom letzten Platz nach vorne. "Das Rennen war sehr einfach, ich konnte viele Autos überholen", erklärte der Deutsche: "Ich hatte eine unglaubliche Geschwindigkeit, blieb konzentriert."

Sutil selbstbewusst

Umso bitterer, dass er nach dem Plattfuß nicht wie Teamkollege di Resta das Podium attackieren konnte.

"Pauls vierter Platz hat gezeigt, zu was wir eigentlich im Stande sind, wir waren hier wirklich sehr schnell", resümierte Sutil und stellte klar: "Was Paul kann, kann ich natürlich auch."

Die Voraussetzungen bei Force India scheinen glänzend. Mit 26 Punkten ist das Sutil-Team Fünfter in der Konstrukteurswertung - noch vor McLaren. (DATENCENTER: Die Konstrukteurswertung)

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