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Helmut Marko (r.) arbeitet seit 2005 für das F1-Team von Red-Bull-Gründer Mateschitz © getty

Mateschitz ärgert sich über Zusatzschichten für sein Team, Marko fordert Änderungen. In Barcelona kommt man ihnen entgegen.

Von Tobias Wiltschek

München - Aus dem Red-Bull-Lager fliegen weiter Giftpfeile in Richtung Pirelli.

Nachdem bereits Sebastian Vettel den Einheitsreifen die Note sechs erteilt hatte, äußert nun Firmenchef Dietrich Mateschitz scharfe Kritik an ihnen.

"Heute gewinnt nicht der schnellste Fahrer im schnellsten Auto, sondern das optimale Reifenmanagement", klagte der Österreicher in der Zeitung "Krone".

Wegen der sensiblen Gummiwalzen sei sein Team zu nachträglichen Umbaumaßnahmen am RB9 gezwungen worden.

"Mussten das Auto zurückbauen"

"Wir mussten sogar unser Auto zurückbauen, weil das die Reifen nicht aushalten, die Lauffläche kaputt wird, Gummiteile wegfliegen", bemängelte Mateschitz und machte eine bemerkenswerte Rechnung auf:

"Würden wir wirklich so schnell fahren, wie wir können, bräuchten wir zehn bis 15 Boxenstopps."

Ähnlich äußert sich Helmut Marko. Der Motorsportchef hält erwartungsgemäß wenig von den Reifenänderungen, die Pirelli für den anstehenden Grand Prix von Spanien in Barcelona beschlossen hat.

Marko stellt Forderungen

Der Reifenmonopolist wird nicht die stark kritisierten weichen Mischungen modifizieren, sondern nur die harte Mischung.

"Wir wollen einen Reifen, der unser Potenzial nicht einschränkt. So schnell wie möglich", forderte der 70-Jährige bei einer Tagung der österreichischen Sport-Journalisten auf dem Red Bull Ring in Spielberg.

"Wir haben zwei Top-Piloten, das ist nicht gerade billig", betonte Marko. "Dann muss man ihnen sagen, dass sie einige Ecken nicht voll fahren dürfen. Das ist nicht einfach." (DATENCENTER: Die Fahrerwertung)

Die Stärke wird zum Problem

Dass Vettel und sein Teamkollege Mark Webber die Stärken ihrer Boliden in den Kurven nicht ausschöpfen können, liegt an der Bauweise des RB9.

Der würde durch die ausgefeilte Aerodynamik und den perfekten Abtrieb so schnell wie kein anderes Fahrzeug durch die Kurven rasen, kann es aber nicht.

Denn die durch die hohen Kräfte, die dabei auf die Reifen wirken, nutzen sich die Pneus schneller ab als beispielweise bei den Autos von Vettels größten Konkurrenten Kimi Räikkönen und Fernando Alonso.

Die zwei härtesten Mischungen

Bislang ließ sich Vettel jedoch nicht von den Reifen-Problemen stoppen und führt nach den ersten vier Rennen mit zwei Siegen die Fahrer-Wertung an. Auch bei den Konstrukteuren liegt Red Bull an der Spitze (DATENCENTER: Die Konstrukteurswertung).

Die Chancen, dass dies auch nach dem kommenden Grand Prix so bleibt, stehen nicht schlecht.

Denn im Gegensatz zum vergangenen Jahr wird Pirelli dort die beiden härtesten Mischungen zur Verfügung stellen. Die halten der aggressiven Fahrweise des Red Bull noch am besten stand.

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