vergrößernverkleinern
McLaren-Pilot Jenson Button hat nach vier Rennen 13 WM-Punkte eingesammelt © getty

McLaren ringt nach verkorkstem Saisonstart in Barcelona um Anschluss. Gelingt in Spanien die Wende? Button Co. sind vorsichtig.

Von Marc Ellerich

München - Von übersteigerten Erwartungen kann bei McLaren nach einem ziemlich misslungen Saisonstart kaum die Rede sein.

Vor dem Spanien-Grand-Prix in Barcelona (Training, Fr., ab 10 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) rangiert das englische Vorzeigeteam in der WM-Wertung mit 23 Zählern weit abgeschlagen auf dem sechsten Platz - zum Vergleich: Das Weltmeister-Team Red Bull zieht mit satten 109 Punkten seine Kreise an der Spitze.

Bei den Piloten sieht es nicht besser aus: McLarens Star-Lenker Jenson Button hat als Zehnter bisher lediglich 13 Punkte eingesammelt, Teamkollege Sergio Perez liegt drei Punkte dahinter auf Platz elf des WM-Tableaus.

Weltmeister Sebastian Vettel führt diese Wertung mit 77 Punkten an

Button: Schwächen bekannt

Und wie sehr die Hoffnungen bei den Engländern gesunken sind, dokumentierte Buttons Jubel beim Grand Prix in Bahrain.

Dort feierte der Weltmeister von 2009 seinen Einzug in den dritten Qualifying-Durchgang lautstark über den Boxenfunk.

"Wir wissen um unsere Schwächen", räumte Button beim Wüsten-Rennen denn auch ein. Sein fünfter Platz in China ist das beste Resultat, das der Rennstall von der Insel vorzuweisen hat.

Harte Nackenschläge

Aber trotz der harten Nackenschläge zu Saisonbeginn lassen der frühere Champion und sein Team vor dem Europa-Start der PS-Liga in Europa die Köpfe nicht hängen.

Auf dem Circuit de Catalunya bringt McLaren, so wie viele Konkurrenten auch, die ersten großen Updates an den MP4-28. Die Hoffnung ist, die augenfälligen Schwächen des Rennwagens - fehlender Abtrieb und Balanceprobleme - zu minimieren.

"Für uns ist es mit Blick nach vorne sehr wichtig, die Probleme des Autos auszusortieren und die Zusammenhänge zu verstehen", berichtet McLarens Geschäftsführer Jonathan Neale von der schwierigen Phase, in der sich die Chrompfeile derzeit befinden. (DATENCENTER: Die Fahrerwertung)

Wann kommt die Trendwende?

Große Sprüche klingen anders, das weiß auch Neale: "Wir halten lieber den Ball flach. Keiner von uns will von den Medien eins übergebraten bekommen."

Zugleich stellt der McLaren-Manager aber auch klar: "Niemand hier unterschätzt, wie wichtig es ist, wieder auf die Siegerstraße zu kommen, und ich bin zuversichtlich, dass wir das hinbekommen."

Dass die Trendwende bereits in Barcelona erfolgt, erscheint zweifelhaft. Teamchef Martin Whitmarsh warnte noch in Bahrain vorsorglich vor zu großen Hoffnungen.

"Wir haben ein paar Fortschritte gemacht, sollten uns aber nicht blenden lassen", sagte Whitmarsh: "Unser Auto ist derzeit nicht schnell genug."

Button ergänzte ebenso vorsichtig: "Das Team arbeitet hart. Hoffentlich wird es eine gute Sache."

Teamstreit abgehakt

Aber - kleiner Lichtblick - zumindest auf dem zwischenmenschlichen Sektor durften die Engländer zuletzt einen Etappensieg feiern: Die Piloten Button und Perez haben sich nach ihrem erbitterten Duell in Bahrain wieder vertragen.

Man habe sich ausgesprochen, hieß es nach dem harten Fight, von dem Button sagte, er habe noch nie zuvor ein derart schmutziges Duell erlebte.

Abgehakt. "Wir können uns glücklich schätzen, dass wir gegeneinander fahren durften", beteuerte Button zuletzt: "Es gibt viele Teams, wo Kollegen das nicht dürfen."

Weitere Auseinandersetzungen mit seinem mexikanischen Nebenmann schließt der McLaren-Star nicht aus. Er hofft allerdings, dass es "um den Sieg und nicht um Platz sechs oder sieben geht".

Allzuschnell schnell dürfte sich dieser fromme Wunsch wohl nicht erfüllen lassen.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel