Mit der Wahl von Ricciardo als Webber-Nachfolger handelt Red Bull gemäß der Team-Philosophie. Sie hat aber auch Nachteile.

Die Katze ist aus dem Sack.

Nach wochenlanger Hinhalte-Taktik hat Red Bull das verkündet, was ohnehin schon längst klar war: Daniel Ricciardo - und nicht Kimi Räikkönen - wird neuer "Beifahrer" von Sebastian Vettel.

Auf den ersten Blick ist es eine logische Entscheidung, gemäß der Team-Philosophie einen jungen Fahrer von Toro Rosso zu Red Bull zu befördern.

Der Australier wird für seine verheißungsvollen Auftritte im kleinen Schwester-Team belohnt, und Weltmeister Vettel ist nun über Jahre hinaus der unantastbare Ober-Bulle.

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Ricciardo wird von Teamchef Christian Horner zwar vollmundig als "zukünftiger Megastar" gepriesen. Auf absehbare Zeit aber wird der 24-Jährige schön brav hinter Vettel herfahren und damit das genaue Gegenstück zu seinem aufmüpfigen Vorgänger Mark Webber darstellen.

In dieser klaren Konstellation liegt aber auch das große Risiko der Beförderung von Ricciardo. Denn für Red Bull ist, im Gegensatz zu Ferrari, auch der Titel in der Team-Wertung von ungeheuer großer Bedeutung.

Dafür hat in den letzten Jahren nicht nur Vettel mit seinen drei Fahrer-Titeln hintereinander gesorgt, sondern eben auch der unbequeme Webber mit einigen Rennsiegen und zahlreichen Podiumsplatzierungen.

Ähnliches ist dem Sunnyboy aus Perth vorerst nicht zuzutrauen. Bislang steht für Ricciardo ein siebter Platz beim diesjährigen China-Grand-Prix als Karriere-Bestleistung zu Buche.

Räikkönen hätte zwar ungleich heftiger an Vettels Thron gesägt und damit für größeres Konfliktpotenzial gesorgt.

Im Kampf gegen Ferrari und Mercedes um die Team-Krone 2014 wäre der Finne dem Brause-Rennstall aber zweifellos eine größere Hilfe.

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