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Kimi Räikkönen (r.) fuhr bereits von 2007 bis 2009 für Ferrari © getty

Christian Danner prophezeit Ferrari künftige Probleme. Er glaubt an einen Wechsel Alonsos und eine neue Chance für Hülkenberg.

Von Christoph Lother und Oliver Faßnacht

München - Es ist ein echter Hammer. Ein Transfer voller Brisanz. Und voller Emotionen.

"Ich kann es kaum erwarten, wieder einen Rennwagen mit dem springenden Pferd zu fahren", verkündete Kimi Räikkönen nach Bekanntwerden seines Wechsels zu Ferrari (Bericht).

Nach fünf Jahren kehrt der Finne zur Scuderia zurück. Dort übernimmt er ab der kommenden Saison das Cockpit von Felipe Massa (576155DIASHOW: Das Fahrerkarussell 2014).

"Das ist eine spannende Geschichte", sagt der ehemalige Formel-1-Pilot Christian Danner im Gespräch mit SPORT1.fm.

Eine sehr spannende sogar.

Danner prophezeit Ferrari Probleme

Immerhin fährt Räikkönen bei Ferrari künftig an der Seite von Fernando Alonso.

Zwei ehemalige Weltmeister in einem Team: Das riecht nach Zoff.

"Wann immer Alonso einen gleichberechtigten Teamkollegen hat, gibt es ein Gemetzel", sagt Danner und verweist auf die Dauerfehde des Spaniers mit seinem damaligen McLaren-Teamkollegen Lewis Hamilton im Jahr 2007.

"Bei Ferrari wird das mit Sicherheit wieder passieren", so Danner weiter.

Sportlich kein Fortschritt für Räikkönen

Räikkönens Wechsel an sich habe ihn nicht überrascht, berichtet Danner.

"Kimi ist einfach ein Typ, der das tut, wonach ihm die Nase steht", sagt der 55-Jährige und führt aus: "Ich gehe davon aus, dass er immer zwischen Lotus und Ferrari hin- und hergeschwankt ist."

Angesichts der finanziell prekären Lage des Lotus-Teams habe dann "vermutlich der eine oder andere Dollar den entscheidenden Ausschlag gegeben".

Sportlich gesehen werde sich der "Iceman" mit seiner Rückkehr zu Ferrari jedenfalls "nur in der Waagerechten verändern", glaubt Danner und erklärt: "Der Lotus und der Ferrari sind ungefähr gleich schnell. Ich denke, das wird im nächsten Jahr nicht groß anders sein."

"Iceman" soll Titel zurückbringen

Definitiv anders sein wird aber die jeweilige Rolle im Team - sowohl für Räikkönen, als auch für Alonso.

Eine klare Nummer eins scheint es bei Ferrari künftig nicht mehr zu geben. Stattdessen soll die finnisch-spanische Kombination gemeinsam Jagd auf das derzeit um Längen enteilte Red-Bull-Team mit Dreifach-Weltmeister Sebastian Vettel machen.

"Ich freue mich auf Fernando, den ich für einen großen Fahrer halte", ließ Räikkönen wissen und kündigte an: "Wir wollen dieser Mannschaft wieder den Erfolg bescheren, den sie verdient."

Immerhin wartet der Traditionsrennstall aus Maranello mittlerweile schon seit 2007 auf einen WM-Titel.

Alonso zurück zu den Wurzeln?

Daran, dass das von den Ferrari-Bossen ausgearbeitete Erfolgsrezept mit Räikkönen und Alonso auch tatsächlich aufgeht, hat Danner aber seine Zweifel.

Vielmehr glaubt der Motorsport-Experte an eine Flucht des stolzen Asturiers zu Lotus - aber erst zum Jahr 2015.

"Ich bin mir sicher, dass Fernando in einem Jahr zu Lotus gehen wird. Er und Kimi tauschen quasi mit Verzögerung", sagt Danner und verweist auf die einstigen Erfolge Alonsos mit den Lotus-Vorgängern Benetton und Renault:

"Dort hat er seine Karriere begonnen. Dort hat er seine ersten beiden WM-Titel geholt - und dort will er auch seine letzten beiden WM-Titel holen."

Verhältnis zur Ferrari-Spitze angespannt

Schon in diesem Winter hätte Alonso die Scuderia gerne verlassen, berichtet Danner weiter: "Ich weiß, dass er gerne gegangen wäre. Vertraglich war das aber nicht möglich."

Das Verhältnis Alonsos zu seinen Vorgesetzten bei Ferrari gilt schon seit längerem als unterkühlt.

Da sein Kontrakt noch bis 2016 läuft, habe Ferrari den Wechselabsichten des Asturiers aber einen Riegel vorgeschoben.

Alonso selbst habe sich nichts vorzuwerfen, betont Danner: "Er hat immer seine Leistung gebracht. Ferrari hat einfach kein besseres Auto auf die Strecke bekommen."

Neue Chance für Hülkenberg

Ein besseres Auto bekommt dafür künftig vielleicht Nico Hülkenberg.

Nach Räikkönens Wechsel zu Ferrari ist der Weg für den Rheinländer zu Lotus frei.

Sollte Alonso tatsächlich erst 2015 für einen Transfer infrage kommen, könnte sich im kommenden Jahr also Hülkenberg an der Seite von Romain Grosjean versuchen.

"Das wäre toll für den deutschen Motorsport", frohlockt Danner.

Und eine weitere spannende Geschichte.

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