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Fernando Alonso (r.) debütierte 2001 in der Formel 1 © getty

Ferrari will in Kanada einen Schritt nach vorne machen und setzt auf Weiterentwicklungen. Alonso hofft auf den Wohlfühlfaktor.

Von Carsten Arndt

München - Kanada ist Ferrari-Land.

Zehn Siege stehen für die Scuderia auf dem Circuit Gilles-Villeneuve in Montreal zu Buche. Damit standen die Roten öfter ganz oben auf dem Treppchen als jedes andere Team.

274 Zähler in 34 Rennen haben die Ferrari-Piloten geholt - auch das ist Rekord.

Das Problem: Der letzte Sieg datiert aus dem Jahr 2004, eingefahren von Rekordweltmeister Michael Schumacher. Seitdem herrscht Flaute bei der Scuderia.

Und auch in diesem Jahr spricht nicht viel dafür, dass die Durststrecke endlich ein Ende findet. Zu schwach sind die Ergebnisse von Fernando Alonso und Kimi Räikkönen im Verlauf der bisherigen Saison - was weniger am Können der Fahrer, sondern vor allem am nicht konkurrenzfähigen Auto lag.

Umfangreiche Upgrades

Deshalb arbeitete das Team verbissen daran, den Rückstand auf Mercedes und Red Bull, momentan die zweite Kraft im Feld, zu verkürzen.

Dabei setzt Ferrari große Hoffnungen auf das Rennen in Montreal (Freies Training, Fr. ab 16 Uhr im LIVE-TICKER, Highlights ab 17.30 Uhr im TV auf SPORT1). Für das Rennwochenende in Übersee ist ein umfangreiches Upgrade geplant. Sowohl Chassis als auch Motor sollen erheblich weiterentwickelt worden sein.

"Wir haben das Auto im Bereich der Aerodynamik verbessert. Gleichzeitig wurde im Simulator viel Arbeit verrichtet, um das Setup zu verfeinern", erklärt Alonso.

Grund genug für Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo, eine erste Kampfansage an die Konkurrenz zu formulieren: "Ich erwarte, dass unser Auto ab Montreal besser wird. Wir planen auf allen Ebenen einen großen Schritt."

Alonso: "Anfangen zu genießen"

Wie groß dieser dann tatsächlich ausfallen wird, ist aber noch nicht abzusehen. Alonso warnt jedenfalls vor zu hohen Erwartungen. (SHOP: Jetzt Motorsport-Artikel kaufen).

"Wir bringen in jedem Rennen neue Sachen. Mal mehr, mal weniger. Mal funktionieren sie, mal brauchen sie Zeit. Wir müssen einfach kontinuierlich weiterarbeiten", sagte der Spanier.

Dennoch spürt auch er, dass sich im Hause Ferrari etwas bewegt.

"Nach Monaco spürte ich eine gute Stimmung in der Fabrik", sagte Alonso, der vor der Abreise in Richtung Montreal kurz in Maranello vorbeischaute und auch noch einen Zwischenstopp in New York einlegte: "Alle sind motiviert und hungrig auf gute Ergebnisse. Wir wollen jetzt damit beginnen, bessere Ergebnisse einzufahren und unsere Rennwochenenden zu genießen."

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Räikkönen hadert

Viele Möglichkeiten gab es dazu bisher nämlich nicht. Während Fernando Alonso in Schanghai immerhin mit Platz drei aufhorchen ließ, läuft es für den "Iceman" Räikkönen schlicht katastrophal.

Der Finne liegt nur auf Rang zwölf in der Fahrerwertung und wird von seinem Teamkollegen nach Belieben dominiert - auch weil er vom Pech verfolgt wird. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer).

"Ich bin einige Male sehr gut gefahren, aber irgendwas geht in den Rennen immer schief - zum Beispiel durch von der Konkurrenz verursachte Reifenpannen - am Ende passt es einfach nicht zusammen", ärgert sich der mit 34 Jahren älteste Fahrer im Feld.

Kein Wunder, dass er den WM-Titel bereits nach knapp einem Drittel der Saison abgeschrieben hat.

"Es ist wahrscheinlich vorbei", sagte er der norwegischen Zeitung "Aftenposten" und fügte hinzu: "Wir wollen auch vorne dabei sein, aber mit Blick auf diese Saison dürfte es zu spät sein."

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Hoffen auf Erfolgserlebnisse

So ganz abschenken will er das Jahr 2014 dann aber doch nicht. Es geht um die Ehre und um Erfolgserlebnisse - und diese will er möglichst schon in seinem Jubiläums-Grand-Prix einfahren. Zum 200. Mal wird er am Sonntag auf die Strecke gehen.

"Ich war es immer gewohnt zu kämpfen und ich hoffe mit diesem Team, das weiter hart an der Entwicklung des F14 T arbeitet, noch ein paar gute Resultate erzielen zu können. Wir leisten unheimlich viel Arbeit und ich denke, dass wir unsere Probleme in den Griff bekommen." Hier gibt es Tickets für die Formel 1

Podium im Visier

Sollte dies bereits in Montreal gelingen, können die Tifosi zumindest darauf hoffen, die Siegerehrung nicht ohne Ferrari-Beteiligung verfolgen zu müssen.

Bei aller Zurückhaltung hofft nämlich auch Alonso insgeheim auf einen Platz auf dem Treppchen: "Wenn wir einen problemfreien Freitag erleben und die Teile ausgiebig testen können, dann sollten wir näher am Podest sein als zuletzt in Monaco."

Für ein Ende der Durststrecke wird es am Ende aller Voraussicht nach wohl nicht reichen, allerdings sind die Ansprüche von Ferrari mittlerweile auch andere.

"Was die Ergebnisse angeht, gab es für mich auf dieser Strecke Höhen und Tiefen. Hoffentlich wird dieses Jahr wieder ein gutes", so Alonso.

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