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Sergio Perez überstand den Einschlag unverletzt. Die Bilder des Kanada-GP zum Durchklicken © getty

Die Kollision zwischen Massa und Perez erhitzt noch immer die Gemüter. Auch die Bosse schalten sich in die Diskussionen ein.

Von Tobias Wiltschek

München - Sie hätten die großen Gewinner werden können. Doch am Ende hatten sie Glück, dass sie das Rennen gesund überstanden hatten.

Force-India-Fahrer Sergio Perez und Williams-Pilot Felipe Massa waren beim Großen Preis von Kanada lange auf Podiums-Kurs, ehe es zwischen ihnen zu einer heftigen Kollision kam (Bericht).

Beide zogen sich keine ernsthaften Verletzungen zu und verließen das Krankenhaus bald wieder.

Streit eskaliert

Danach aber eskalierte der Streit erst richtig. Über Twitter legte Perez seine Sicht der Dinge dar (DATENCENTER: Das Renn-Ergebnis).

"Ich habe jetzt einige Wiederholungen des Unfalls gesehen. Aus meiner Sicht lenkt Felipe nach rechts, kurz bevor er mich trifft. Ich kann mir das nur so erklären, dass er sich umentschieden und wieder hinter mir auf die Rennlinie wollte. Seine Fehleinschätzung hat uns viele Punkte gekostet", ärgerte sich der Mexikaner.

[tweet url="//twitter.com/SChecoPerez"]

Mit dem Tweet reagierte der Teamkollege von Nico Hülkenberg auf die Vorwürfe von Massa. Der hatte Perez die Schuld am Crash gegeben und behauptet: "Es ist nicht das erste Mal, dass er beim Bremsen in jemanden gefahren ist."

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Strafe für Perez

So wie der Brasilianer sahen es auch die Rennkommissare. Sie bestraften Perez mit einer Rückversetzung von fünf Positionen in der Startaufstellung beim nächsten Rennen in Spielberg.

Eine Sicht, die bei den meisten Beobachtern für Verwunderung sorgte. Nicht nur der britische Ex-Formel-1-Fahrer Martin Brundle, sondern auch Niki Lauda gab Massa die Schuld am Unfall.

"Massa hat sich einfach wahnsinnig verbremst", erklärte der Österreicher bei "RTL". "Warum er den Wahnsinn macht, muss man noch herausfinden. Er ist beim Bremsen zu weit nach rechts und Perez auf das Rad gefahren."

[tweet url="//t.co/uyqROPRSFZ"]

Team-Bosse schalten sich ein

In die Diskussion um den Crash in der Schlussphase des Kanada-GP haben sich auch die Bosse der beiden Teams eingeschaltet.

"Ich habe keine Ahnung, was Felipe sich dabei gedacht hat", wunderte sich der amerikanische Betriebsdirektor Otmar Szafnauer bei "Sky Sports F1". "Niemand überholt in Kurve eins und deshalb ist es dort einfach nicht möglich. Wenn man doch so ein übermotiviertes Manöver wagt, kommt so etwas dabei heraus."

Williams-Chefingenieur Rob Smedley machte indes den Verantwortlichen von Force India den Vorwurf, sie hätten ihren Piloten schon vor der Kollision aus dem Rennen nehmen müssen. Schließlich habe Perez selbst einige Runden zuvor über Bremsprobleme geklagt.

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Smedley verärgert

"Mir will nicht in den Kopf, dass sie ihn bei so einem endgültigen Problem nicht zum Aufgeben zwingen", echauffierte sich Smedley.

Alles falsch, kontert Perez: ?Das Auto war mit ein paar Anpassungen perfekt zu fahren. Das haben wir bis zu dem Moment gezeigt, in dem wir abgeschossen wurden.?

Bei all dem Krach geht leicht unter, dass beide Fahrer tatsächlich Chancen auf den Sieg hatten.

Ohne die Bremsprobleme hätte Perez wohl den langsamer werdenden Nico Rosberg überholt und dann wohl auch die Attacken des späteren Siegers Daniel Ricciardo abwehren können.

Verpatzter Boxenstopp

Massa schloss nach seinem zweiten Boxenstopp extrem schnell auf die vor ihm fahrenden Piloten auf, kam aber nicht mehr an ihnen vorbei.

Seine Siegchancen verspielte das Williams-Team schon beim ersten Reifenwechsel, als ein Schlagschrauber brach.

"Wenn wir das Problem beim ersten Boxenstopp nicht gehabt hätten, dann wäre ich vor Perez auf der Strecke geblieben. Und ich wäre leichter an den Red Bull vorbeigekommen", ärgerte sich Massa. "Wir haben eine einmalige Chance auf den Sieg weggeworfen."

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