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Fernando Alonso wartet seit über einem Jahr auf einen GP-Sieg in der Formel 1 © getty

Mit Alonsos zweiten Rang in Ungarn steigt bei Ferrari die Motivation, noch härter für die Rückkehr an die Spitze zu arbeiten.

Von Tobias Wiltschek

Budapest/München - Fernando Alonso konnte schon einige Geburtstage als WM-Spitzenreiter feiern.

2005 und 2006 war das so, in diesen Jahren wurde er schließlich auch Weltmeister. Und auch vor zwei Jahren lag er am 29. Juli noch ganz vorn, ehe ihn Sebastian Vettel in der zweiten Saisonhälfte noch überholte.

In diesem Jahr liegt der Ferrari-Star an seinem 33. Geburtstag allerdings nur auf Platz vier - mit einem riesigen Rückstand zur Spitze. Dennoch dürfte seine Laune so gut sein wie lange nicht mehr. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer).

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Lobeshymnen auf Alonso

Nach seinem Husarenritt auf Platz zwei beim Großen Preis von Ungarn (Bericht) prasselten die Lobeshymnen nur so auf den 1,71 Meter kleinen Asturier ein.

"Am Sonntag ist wieder klar geworden, dass Alonso der beste Pilot der Formel 1 ist", jubelte die "Gazzetta dello Sport" aus Italien, und "Tuttosport" titelte: "Der Spanier rettet ein Ferrari-Team, das am Rand des Zusammenbruchs stand."

Beste Saisonplatzierung

Tatsächlich bot der zweimalige Weltmeister auf dem Hungaroring sein ganzes fahrerisches Können auf und fuhr in einem unterlegenen Ferrari seine beste Platzierung der bisherigen Saison heraus (926856DIASHOW: Die Bilder des Rennens).

Vor allem in der Schlussphase, als er mit völlig abgefahrenen Reifen den Attacken von Lewis Hamilton im dominanten Mercedes stand hielt, präsentierte er sich als Vollblut-Racer mit Herz und Verstand.

Am Ende musste er nur den späteren Sieger Daniel Ricciardo an sich vorbeiziehen lassen (DATENCENTER: Das Renn-Ergebnis).

"Die besten Entscheidungen"

"Wir haben unsere Chancen genutzt und auch in den schwierigsten Momenten die besten Entscheidungen getroffen", sagte Alonso.

Der zweimalige Weltmeister wusste aber auch, dass er es ohne die besonderen Begleitumstände des chaotischen Rennens wohl nicht aufs Podium geschafft hätte.

"Ich denke, die Autos hinter uns hatten ebenfalls Probleme, so wie Rosberg oder Hamilton im Qualifying. Vettel hatte in der letzten Kurve ein Problem", sagte der Spanier und fügte fast entschuldigend an: "Wir haben diese Position geschenkt bekommen."

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Keine Erholung

Um in Zukunft nicht mehr von Geschenken der Konkurrenz abhängig zu sein, will sein Team nun noch härter arbeiten.

"Wir hören nicht auf, über unsere Projekte nachzudenken. Wir haben 1,2 Sekunden Rückstand auf die Spitze - und das bedeutet monate- bis jahrelange Arbeit", schwört Teamchef Marco Mattiacci seine Ingenieure und Mechaniker auf einen harten Sommer ein.

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"Uns muss bewusst sein, dass extrem viel Arbeit vor uns liegt", sagte der Italiener noch und erinnerte trotz der Freude über Alonsos Meisterleistung in Ungarn an den eigentlichen Anspruch der Scuderia: "Wir sind als Ferrari nicht hier, um mit einem zweiten Platz glücklich zu sein."

Allison soll Sieg-Auto bauen

Die Hoffnungen auf die Rückkehr an die Spitze ruhen dabei nicht nur auf Alonso, sondern auch auf Technikchef James Allison, den Ferrari vor der Saison von Lotus abgeworben hat.

Er soll dem Spanier endlich wieder ein siegfähiges Auto konstruieren, mit dem der dann in der kommenden Saison seinen lang ersehnten dritten WM-Titel einfahren kann.

Bei der starken Konkurrenz von Mercedes und Red Bull fällt es derzeit allerdings noch schwer sich vorzustellen, dass Alonso seinen nächsten Geburtstag wieder mal als WM-Spitzenreiter feiern darf.

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