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Dr. Mario Theissen liegt mit BMW-Sauber auf Platz drei der WM-Teamwertung © getty

Die Verlierer des "Großen Preises von Paris" lassen nicht lange auf ihre Reaktion warten. Theissen sieht das neue Reglement torpediert.

München - BMW und Ferrari haben die Zulassung der umstrittenen Heck-Diffusoren der Konkurrenten Brawn, Toyota und Williams durch den Automobil-Weltverband FIA kritisiert (Doppel-Diffusor legal) .

"Wir werden die Entscheidung des Berufungsgerichts akzeptieren. Damit herrscht hier nun Klarheit bezüglich der Anwendung des Reglements. Eines wird somit allerdings nicht erreicht: Die von der Overtaking Working Group bei der Ausarbeitung des neuen Reglements beabsichtigte Reduzierung von Abtrieb und Kurvengeschwindigkeit", sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen.

Gleichzeitig führe die Entscheidung dazu, so Theissen, "dass nun sieben Teams große Investitionen tätigen müssen, um ihre Autos entsprechend umzubauen".

Ähnlich äußerte sich Ferrari-Teamchef Stefeno Domenicali: "Leider zwingt uns diese Entscheidung, fundamentale Bereiche unseres Designs zu ändern, um wieder auf Augenhöhe zu kommen. Das wird Zeit und Geld kosten."

Haug: "Kurzfristig nicht wettzumachen"

Auch Mercedes-Sportchef Norbert Haug sieht auf die sieben übrigen Teams zusätzliche Kosten zukommen und rechnet mit einem zeitlichen Verzug.

"Der Vorteil, den sich drei Teams seit ihrer Reglementsinterpretation gesichert haben, ist auf keinen Fall kurzfristig wettzumachen - was die einen in neun Monaten erreichten, können die anderen nicht in neun Wochen schaffen", sagte Haug.

Horner: Höhere Kosten

Der Schwabe blickt aber nach vorne: "Unser Sportsgeist sagt uns jetzt: So ist es nun mal - Augen auf und durch, wir nehmen die Herausforderung an, auch wenn dazu einige Zeit eingeplant werden muss."

Chris Horner, Teamchef bei Sebastian Vettels Red-Bull-Team, gab sich zähneknirschend versöhnlich: "Die ICA (Berufungsgericht der FIA, d. Red.) hat die von beiden Seiten vorgetragenen Argumente aufmerksam gehört. Natürlich sind wir enttäuscht über diesen Ausgang, aber wir akzeptieren ihn. Das bedeutet, dass wir jetzt unseren eigenen Doppeldiffusor entwickeln müssen, was unweigerlich die Kosten erhöhen wird."

Protest abgeschmettert

Das fünfköpfige Berufungsgericht der FIA hatte am Mittwoch eine Berufung von BMW-Sauber, Ferrari, Red Bull und Renault zurückgewiesen.

Damit wurde die Entscheidung der Rennkommissare vom Saisonauftakt in Melbourne bestätigt.

Die hatten dort die Diffusoren für legal erklärt.

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