Die weiß-blauen WM-Anwärter erleben in der Wüste ihren historischen Tiefpunkt. KERS und Nick Heidfeld zünden nicht.

Robert Kubica und Nick Heidfeld hatten sich alle Mühe gegeben, um beim Bahrain-GP etwas zur Wüsten-Folklore beizusteuern.

Mit randvoll getankten Autos gingen sie auf der arabischen Halbinsel an den Start.

Und dann sah es in der Sandödnis tatsächlich so aus, als hätten die beiden BMW-Piloten zwei schwere Wüstenschiffe gegen die Highspeed-Konkurrenz ins Rennen geführt.

Das Ergebnis der Kamel-Taktik war allerdings katastrophal: Als Letzter und Vorletzter überquerten die beiden Fahrzeugführer die Ziellinie in Manama.

Die spektakuläre Strandung in der Wüste markiert damit den vorläufigen Höhepunkt einer desaströsen Saison der Weiß-Blauen. Vier Punkte aus vier Rennen, so lautet die bisherige Bilanz.

Aus dem angestrebten WM-Kampf ist längst ein Überlebenskampf geworden für die Deutsch-Schweizer.

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Das die vierte Stufe im teameigenen Fünf-Jahresplan verdammt rutschig zu sein scheint, ist nicht nur auf die plötzlich erstarkten "Nobody's" von Brawn, Toyota und Red Bull zu schieben.

Zu lange hat die Crew von Teamchef Mario Theissen die Hoffnungen und Ressourcen in das KER-System gesteckt. Doch nicht nur in der Wüste erwies sich die neue Technik als Wunderlampe ohne Geist.

Auch das Festhalten am selbsternannten Weltmeister-Kandidaten Heidfeld vor Beginn der Saison war nicht unbedingt als ein Zeichen von bedingungslosem Angriff zu werten.

Zu groß war der Leistungsunterschied zu dem vergleichsweise unerfahrenen Kubica - besonders im Qualifying.

Und selbst der letztjährige Shootingstar aus Krakau klang angesichts der Performance-Krise plötzlich wie ein armes Würstchen. Er habe das Desaster bereits kommen sehen, sagte er sinngemäß. Das Team befinde sich im Niemandsland.

Es stimmt: Sportlich kann es nach Bahrain nicht mehr schlimmer kommen für BMW.

Doch in Zeiten, in denen auch bei den Bayrischen Motorenwerken tausende Jobs wegfallen, führt andauernde Erfolglosigkeit automatisch zu der Frage, inwieweit das millionenschwere Engagement in der Formel 1 noch zu rechtfertigen ist.

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