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Ratlose Gesichter: BMW-Sauber erlebt eine schwere Krise © getty

BMW-Sauber fährt in Bahrain weiter in die Krise. Nach dem Waterloo in der Wüste liegen im Rennstall die Nerven blank.

Manama - Robert Kubica Vorletzter, Nick Heidfeld Letzter, beide überrundet - das mit dem Ziel WM-Titel angetretene BMW-Team hat in Bahrains Wüste sein Waterloo erlebt 98107(Bilder des Rennens).

Nach dem schwächsten Ergebnis der 2006 an gleicher Stelle begonnenen Geschichte als eigenes Formel-1-Team stapfte "Quick Nick" frustriert davon und kritisierte offen seinen in der Krise steckenden Arbeitgeber (DATENCENTER: Ergebnis und WM-Stand).

"Das Ergebnis ist eine Katastrophe, ein weiteres Rennen zum Vergessen", schimpfte Heidfeld: "Wir haben vom ersten Rennen bis zu diesem keinen Schritt nach vorn gemacht, sondern eher einen zurück. Das Auto ist einfach nicht schnell genug."

Strategische Fehler

Zur fehlenden Leistung kamen wie schon beim letzten Rennen in China Kollisionen von beiden Fahrern, die sich an der Box jeweils eine neue Fahrzeugnase abholen mussten.

Zudem gab es strategische Fehleinschätzungen am Kommandostand, denn beide Autos wurden in der Hoffnung auf eine Safety-Car-Phase vollgetankt und waren so noch langsamer.

"Ich war zwischen Nick und einem anderen Auto, wir haben uns berührt, und ich habe meinen Frontflügel zerstört. Danach lief die Kommunikation mit der Boxencrew nicht rund", sagte Kubica.

Die Wut der Fahrer ist berechtigt (Bei BMW liegen die Nerven blank).

"Keine Chance auf Punkte"

Während sich die Rivalen wie McLaren-Mercedes, Ferrari oder Renault mit Neuerungen an den Autos wesentlich verbessert präsentierten und in Manama durchweg in die Punkteränge fuhren, ist BMW zwischenzeitlich ans Ende des Feldes durchgereicht worden.

Es ist die größte Krise im bislang durchweg erfüllten Vierjahresplan, in dem nach 2006 (Punkte), 2007 (Podest), 2008 (Sieg) nun der WM-Titel als Ziel steht.

"Wir haben gewusst, dass dies erneut ein ganz schwieriges Wochenende werden würde. Natürlich sind wir nicht zufrieden, denn wir hätten auch ohne die Unfälle keine Chance auf Punkte gehabt", sagte Motorsportdirektor Mario Theissen.

Update vor Europa-Start

Bisher steht nur ein glücklicher zweiter Platz von Heidfeld im Regen von Malaysia zu Buche. Die vielleicht letzte Hoffnung ist nun das große Aerodynamik-Update, das beim Europa-Auftakt am 10. Mai in Barcelona die Wende bringen soll.

Ob der Doppel-Diffusor wie bei den anderen Teams dazugehört, ist noch ungewiss. Theissen: "Wir sind dabei, es zu finalisieren. Es wird immer schwerer, unser Titel-Ziel zu erreichen, aber das Feld ist sehr eng und wir geben nicht auf."

"Formel 1 ist wertvoll"

Derzeit sei es noch kein Thema, sich schon ganz aufs Auto für 2010 zu konzentrieren. Zumal wegen der Krise der Automobilindustrie und mit Blick auf die Ausstiegsdrohungen von Mercedes (Daimler-Boss droht mit Mercedes-Ausstieg) auch bei BMW langfristige Prognosen schwierig sind.

Theissen: "Die Formel 1 ist wertvoll. Bei uns wird regelmäßig vor dem Saisonbeginn das Projekt neu bewertet, dabei war die finanzielle Situation ein eingehender Teil der Analyse. Aber natürlich brauchen auch wir auf Dauer Erfolge."

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