Adrian Newey, genialer Konstrukteur in Sebastian Vettels Rennstall Red Bull, fürchtet im Kampf um die Formel-1-Krone vor allem McLaren-Mercedes - auch weil der Konkurrent abgekupfert haben soll.

"Sie werden uns ganz schön im Nacken sitzen. McLaren hat einen Riesensprung nach vorne gemacht - auch durch den Nachbau unserer Auspuffanlage," sagte Newey am Mittwoch in London, bevor er die angesehene "Seagrave-Trophy" in Empfang nahm. Mit der Trophäe werden in England außergewöhnliche Leistungen im Bereich Transport ausgezeichnet.

Nach Problemen bei Testfahrten hatte McLaren-Mercedes das eigens entwickelte Auspuffsystem verworfen und durch eine einfachere Version ersetzt. "Bei uns funktioniert das System sehr gut und bei McLaren anscheinend auch," sagte Newey. "Das ist natürlich einerseits ein Kompliment, andererseits auch ziemlich bitter, wenn sie dich dann mit deiner eigenen Technik schlagen."

Unabhängig davon habe McLaren auch in anderen Bereichen deutlich zugelegt. Beim Saisonauftakt in Melbourne hatte Titelverteidiger Vettel im Red Bull klar vor Lewis Hamilton im McLaren gewonnen.

Auch Williams kündigte an, bereits beim dritten Saisonrennen in China am 17. April mit dem neuen Auspuffsystem zu fahren. Derweil arbeitet Red Bull weiter am Einsatz von KERS.

Vettel hatte den Saisonauftakt in Melbourne ohne das Energierückgewinnungssystem gewonnen, das für 6,7 Sekunden 82 Zusatz-PS liefert. Das Team verzichtete freiwillig auf das System, weil es noch nicht zuverlässig genug läuft.

Schon bis zum nächsten Rennen am 10. April in Malaysia soll sich das ändern. Newey kündigte eine Entscheidung über den Einsatz für Freitag an: "Wenn wir davon überzeugt sind, dass es zuverlässig läuft, werden wir es einsetzen."

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