Die Schmiergeldaffäre um den Banker Gerhard Gribkowsky und Formel-1-Boss Bernie Ecclestone könnte zur Folge haben, dass sich Mercedes aus der Königsklasse zurückzieht.
Hintergrund sind die Statuten des Daimler-Konzerns. Darin steht: "Daimler duldet keine unmoralischen oder korrupten Praktiken durch Mitarbeiter oder seitens der Geschäftspartner."
Heißt im Klartext: Sollte Ecclestone tatsächlich wegen Bestechung angeklagt und verurteilt werden aber trotzdem Chef der Formel 1 bleiben, dann müsste sich Mercedes eigentlich zurückziehen.
Gribkowsky behauptet, dass er von Ecclestone 34 Millionen Euro Schmiergeld erhalten habe. Als Gegenleistung habe er 2006 die Rechte an der Formel 1 an den Ecclestone genehmen britischen Investor CVC verkauft.
"Wir befürworten die Aufklärung der neuerlichen Vorwürfe in der Formel 1 und warten jetzt die Bewertung der Behörden ab", sagte eine Daimler-Sprecherin dem "Handelsblatt".
Aber auch ohne eine Anklage gegen Ecclestone wird es für Mercedes schwierig, einfach so in der der Formel 1 unter der Leitung Ecclestones zu bleiben.
Schließlich behauptet Ecclestone, dass er Gribkowsky mit Geld ruhigstellen wollte, damit dieser keine Details über sein Finanzimperium an die britischen Steuerbehörden verrät, denn diese hätten zu Steuernachzahlungen in Milliardenhöhe führen können. Ein Fall von Schweigegeld.
Zusätzlich Druck auf alle in der Formel 1 aktiven Unternehmen übt Transparency International Deutschland aus. Die Anti-Korruptions-Organisation forderte die Unternehmen auf, ihr Engagement in der Formel 1 grundsätzlich zu überdenken.
