Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo hat Michael Schumacher wegen dessen mangelnder Schützenhilfe im Saisonfinale der Formel 1 kritisiert. Er sei "verbittert" darüber, dass der Rekordweltmeister im entscheidenden Rennen in Sao Paolo Sebastian Vettel kampflos vorbeiziehen ließ und diesen damit im Duell mit Ferrari-Pilot Fernando Alonso zum Champion machte, sagte Montezemolo der "Gazzetta dello Sport".

"Ich hätte von Michael Schumacher ein anderes letztes Rennen erwartet", gab Montezemolo zu: "Ich sage das mit einer gewissen Bitterkeit, weil es einen Piloten betrifft, der Ferrari wunderbare Momente beschert hat und dem wir sehr verbunden sind."

Red-Bull-Pilot Vettel wurde durch Schumachers Aktion in Brasilien Sechster und am Ende mit drei Punkten Vorsprung auf Alonso Weltmeister.

Bereits am Sonntag hatte Montezemolo die nächste Runde im Streit zwischen Ferrari und Formel-1-Boss Bernie Ecclestone eingeläutet und dem 82-jährigen die Eignung für seine Führungsposition abgesprochen. "Man muss Respekt vor sehr alten Menschen haben, vor allem wenn sie ihre Worte nicht mehr kontrollieren können. Das Alter ist mit gewissen Ämtern und Verantwortungen leider oft unverträglich", wurde Montezemolo von der "Gazzetta" zitiert.

Red-Bull-Konkurrent Ferrari hatte nach dem Saisonfinale in Brasilien die Untersuchung einer Szene verlangt, in der Vettel während einer Gelbphase den Toro-Rosso-Piloten Jean-Eric Vergne überholt haben soll. Ecclestone hatte die Italiener im Anschluss kritisiert. Derartige Unterstellungen seien ein Witz, sagte Ecclestone.

Auch Vettel selbst beteuerte noch einmal seine Unschuld. "Ich würde meine Hand ins Feuer legen, dass da links ein Streckenposten war, der die grüne Flagge geschwenkt hat", sagte der Heppenheimer.

Montezemolo verteidigte nun den Beschluss, bei der FIA eine Erklärung zu Vettels Manöver verlangt zu haben. "Die FIA hat geantwortet, dass alles korrekt verlaufen ist. Für uns ist die Sache damit erledigt", sagte der 65-Jährige. Am Donnerstag war Vettel vom Automobil-Weltverband vom Ferrari-Vorwurf freigesprochen worden. "Vettel hat nichts falsch gemacht. Eine weitere Untersuchung oder Proteste wird es nicht geben", hieß es.

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