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Michael Schumacher feierte seinen ersten Grand-Prix-Sieg 1992 © getty

Trotz Regen absolviert Michael Schumacher in Jerez das volle Testprogramm. Der Nacken hält. Ferrari sagt Schumi den Kampf an.

Jerez - Bei Wind und Wetter dreht Kilometerfresser Michael Schumacher seine Runden. Der siebenmalige Weltmeister schuftet bei den privaten Testfahrten im südspanischen Jerez wie zu besten Zeiten für sein Formel-1-Comeback.

Nachdem ihm am zweiten Arbeitstag ein heftiger Wolkenbruch am frühen Morgen fast einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte, ließ Schumacher sogar die Mittagspause sausen und schob Überstunden. 180745(DIASHOW: Teams und Fahrer 2010)

"Das war doch schon mal ein großer Fortschritt heute, immerhin konnten wir bestimmt 90 Prozent der Zeit doch im Trockenen fahren", sagte Schumacher.

Insgesamt fuhr er am Mittwoch 78 Runden (345 km), ehe der große Regen einsetzte und der Testtag vorzeitig beendet war. Zuvor hatte er sogar zwei Long-Runs mit konstanten Zeiten hinter sich gebracht.

Zeit für Gespräche genutzt

Schumachers Fazit fällt bislang durchweg positiv aus: "Die Tage hier in Jerez lohnen sich auf jeden Fall. Selbst wenn ich mal nicht fahren konnte, habe ich die Zeit für Gespräche mit Ingenieuren, Abstimmungsarbeiten und gemeinsamer Vorbereitung auf die Saison nutzen können."

Der 41-Jährige fuhr am Mittwoch um 9.18 Uhr mit dem GP2-Boliden auf den zu diesem Zeitpunkt noch regennassen Kurs. Der siebenmalige Weltmeister drehte zunächst sechs Runden, danach wartete er in der Box auf trockenere Verhältnisse.

Als die Bedingungen langsam besser wurden, durfte Schumacher bei Temperaturen von lediglich 12 Grad Celsius mit Slicks auf die Rennstrecke.

Schumacher fährt 57 Runden

Bis zum Mittag legte Schumacher 57 Runden zurück. Er hatte offenbar so viel Spaß an der Sache, dass er die Mittagspause einfach nach hinten verschob.

Am Vortag hatte Schumacher an seinem ersten Testtag 51 Runden (225,8 km) absolviert, ehe er den Arbeitstag wegen des schlechten Wetters etwas früher beenden musste. "Es geht darum, möglichst viele Kilometer zu fahren", sagt Schumacher.

Der bei einem schweren Motorradunfall vor fast einem Jahr verletzte Nacken macht offenbar keine Probleme. "Die Kräfte in dem GP2-Auto sind allerdings auch nicht allzu hoch", sagt Schumacher, und ein bisschen Muskelkater sei schließlich ganz normal.

Seinen ersten Comebackversuch für den ehemaligen Arbeitgeber Ferrari hatte Schumacher im August 2009 wegen des lädierten Nackens aufgeben müssen.

Schumacher gibt Tipps

In den zahlreichen Testpausen in Jerez gibt Schumacher zudem den Ingenieuren wertvolle Tipps zur Verbesserung des GP2-Rennwagens. Schumacher:

"Außerdem lernt man dabei gegenseitig die Arbeitsweise kennen." So probierte er am Mittwoch einige neue Teile am Auto für die "Sprungbrett-Liga" zur Formel 1 aus. Ein GP2-Fahrzeug leistet 600 PS und damit 150 PS weniger als ein Formel-1-Rennwagen.

"Das sind auf dieser Strecke in Zeit ausgedrückt sechs Sekunden pro Runde", sagt Schumacher.

Der künftige Mercedes-Pilot wird noch bis Donnerstag seine Runden auf dem ehemaligen Grand-Prix-Kurs in Andalusien drehen. Dann steht noch im Januar die große Team-Präsentation in Stuttgart auf dem Programm, ehe es Anfang Februar ernst wird.

Silberpfeil-Premiere in Valencia

In Valencia wird Schumacher bei offiziellen Testfahrten erstmals im Formel-1-Silberpfeil sitzen.

Erst danach dürfte wohl endgültig feststehen, ob der Nacken den enormen Belastungen standhält und Schumacher wie geplant beim Saisonauftakt 2010 am 14. März in Bahrain sein 251. Formel-1-Rennen fahren wird.

Kampfansage von Ferrari

Sein früherer Arbeitgeber Ferrari hat dem verlorenen Sohn jedenfalls schon mal eine Kampfansage gemacht.

"Es ist schade, dass Michael nicht mehr in Rot fährt, aber das ist seine Entscheidung", sagte Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali am Mittwoch in Madonna di Campiglio: "Gut ist, dass Michael ein Interesse an der Formel 1 wieder erweckt hat, das zuletzt verloren gegangen war."

Schumacher, der fast 14 Jahre lang als Pilot (1996 bis 2006) und Berater (2006 bis Ende 2009) bei Ferrari unter Vertrag stand, sieht Domenicali im kommenden Jahr als starken, aber schlagbaren Konkurrenten:

"Wenn Michael diese Herausforderung annimmt, dann sieht er die Chance, mit diesem Auto zu siegen. Aber Fernando Alonso hat alle Möglichkeiten, ihn zu schlagen."

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