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Michael Schumacher gewann in der Formel 1 bislang sieben Weltmeistertitel © imago

Der Rekordchampion gibt bei den Tests in Jerez nicht weniger als den Titel als Ziel aus und verrät, warum er mit 41 so fit ist.

München - Das Tempo stimmt, der Nacken hält und der Ehrgeiz ist ungebrochen - kaum hat Michael Schumacher die ersten Kilometer vor seinem Formel-1-Comeback zurückgelegt, da sagt er auch schon Kronprinz Sebastian Vettel und dem Erzrivalen Fernando Alonso so deutlich wie nie den Kampf an.

"In unserer langfristigen Planung haben wir ein klares Ziel: Ich will mit Mercedes Weltmeister werden", sagt Schumacher bei den privaten Testfahrten im südspanischen Jerez im Gespräch mit der "Bild".

Der 41-Jährige schränkt allerdings ein, dass er dieses Ziel vielleicht nicht gleich im ersten Jahr erreichen wird, "aber auf drei Jahre gesehen ist das realistisch".

Bei seinen dreitägigen Testfahrten in einem GP2-Auto in Jerez ist Schumacher schnell wieder auf den Geschmack gekommen.

"Es kann wieder losgehen"

"Ich fühle mich fit, ich habe mich im Auto sofort wieder wohl gefühlt - hey, es kann wieder losgehen", sagte Schumacher, nachdem er am Donnerstag auf trockener Strecke ohne Probleme in 130 Runden rund 575 Kilometer abgespult hatte.

"Zum Abschluss des Tests konnte ich viel fahren und es lief wirklich perfekt", erkärte Schumacher: "Ich bin sehr zufrieden damit, wie der Test in Jerez gelaufen ist: Wir haben gut gearbeitet, die Zeiten und die Konstanz waren gut."

Schumachers größter Fan reibt sich schon begeistert die Hände und erwartet die spannendste Saison aller Zeiten. 180745(DIASHOW: Teams und Fahrer 2010)

Ecclestone begeistert

"Wir haben vier Weltmeister am Start. Ich kann mich kaum erinnern, wann es das zum letzten Mal gegeben hat", sagt Formel-1-Boss Bernie Ecclestone:

"Dass Michael zurückkehrt, ist einfach wundervoll." Neben dem siebenmaligen Weltmeister Schumacher streiten in diesem Jahr der amtierende Champion Jenson Button, dessen Vergänger Lewis Hamilton (beide Großbritannien) und der zweimalige Weltmeister Alonso (Spanien) um die Fahrer-Krone.

Schumacher lüftete unterdessen am Rande der Tests in Jerez ein Geheimnis. Dass er nach drei Jahren Formel-1-Pause immer noch so fit sei als wäre er nie weggewesen, habe er vor allem der guten Pflege seiner Ehefrau Corinna zu verdanken:

"Corinna hält mich fit"

"Sie hält mich jung und fit. Irgendwie habe ich es bis jetzt scheinbar geschafft, meine Altersgesetze etwas nach hinten zu verschieben. Wahrscheinlich habe ich gute Gene."

Und er trainiert jetzt sogar eher etwas weniger als früher, sagt der Mercedes-Pilot: "Dafür effektiver und gezielter." 193316(DIASHOW: Ferrari im Schnee).

Seit dem schweren Motorrad-Unfall vor fast einem Jahr wird der Rekord-Weltmeister rund um die Uhr von Experten der Sportklinik Bad Nauheim betreut.

Rund um die Uhr betreut

Auch in Jerez hat er einen Physiotherapeuten dabei. Die Folgen des Halswirbelbruchs, die im August 2009 die Hoffnungen auf ein Comeback im Ferrari zunichte machten, scheinen überwunden.

Dennoch wird es laut Schumacher eine Eingewöhnungsphase geben, wenn er Anfang Februar bei den ersten offiziellen Testfahrten nicht mehr im GP2-Boliden, sondern in einem richtigen Formel-1-Rennwagen sitzt - zumindest was die Nackenmuskulatur betrifft:

"Ich habe es auch in der Vergangenheit nie geschafft, die Muskulatur so zu trainieren, dass ich gar nichts spüre. Ein kleiner Muskelkater ist immer dabei. Das ist völlig normal."

Schumi hatte abgeschlossen

Schumacher gibt zu, dass er nicht mehr damit gerechnet hatte, am 14. März in Bahrain sein 251. Formel-1-Rennen zu fahren - und das in einem Mercedes-Silberpfeil:

"Eigentlich hatte ich mit 40 ein Comeback endgültig ad acta gelegt. Bei all meinen Rennbesuchen zuletzt war ich eher gelangweilt als frustriert.

Dann kamen die bekannte Situation im Sommer und Ross Brawns Anfrage im November."

Brawn wird zum Wegbereiter

Geboren wurde die Idee bei einem gemeinsam Bier mit Kumpel Ross Brawn beim Saisonfinale 2009 in Abu Dhabi.

Der geniale Stratege Brawn, der Schumacher zu allen sieben WM-Titeln führte (2 mit Benetton, 5 mit Ferrari), berichtete dem Rekordchampion von seinen Plänen.

Nach einer kurzen Bedenkzeit und der Beratung mit Ehefrau Corinna war für Schumacher die Sache klar und das spektakulärste Comeback der Formel-1-Geschichte perfekt.

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