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Michael Schumacher präsentiert sein neues Arbeitsgerät © getty

Der Rekordweltmeister testet mit Nico Rosberg in Valencia den neuen Silberpfeil. Seine Zeiten sind schneller als Rosbergs.

Valencia - Um 15.29 Uhr war die Schumacher-lose Zeit in der Formel 1 zu Ende.

Der siebenmalige Weltmeister rollte am Montag auf der Rennstrecke in Valencia im neuen Silberpfeil erstmals auf die Piste und begeisterte damit rund 2000 Fans, die den ganzen Tag auf diesen Moment gewartet hatten.

Und kaum auf der Piste fand Michael Schumacher auch schnell wieder zu altem Tempo zurück.

In seiner 18. Runde war der 41-Jährige erstmals 45 Tausendstelsekunden schneller als sein fast 17 Jahre jüngerer Teamkollege Nico Rosberg.

Jungfernfahrt von Rosberg

Der hatte zwar um 10.35 Uhr die Ehre der Jungfernfahrt im ersten Werks-Mercedes seit 55 Jahren, doch schon beim Fototermin um 8.56 Uhr hatte Rosberg sich mit ernster Miene neben dem strahlend lächelnden Schumacher ein wenig komisch gefühlt.

"Daran muss ich mich wirklich gewöhnen. Bei der Präsentation waren 100 Objektive auf Michael gerichtet und keins auf mich", sagte der 24-Jährige, der aber immerhin mit dem ersten Eindruck vom MGP W01 zufrieden war.

"Man kann zwar noch nicht allzu viel sagen, aber es war okay", meinte Rosberg, der wegen einer zu tiefen Sitzposition Probleme mit der Sicht hatte.

Händeschütteln mit Ferrari-Leuten

Schumacher hatte sich am Vormittag Rosbergs erste Runden und auch die der Konkurrenten genau angeschaut, zwischendurch winkte er auch schon mal den zahlreichen Fans auf dem Dach des Boxengebäudes zu.

Der siebenmalige Weltmeister war so entspannt, dass er unmittelbar vor dem Fototermin sogar noch schnell die Zeit für ein Händeschütteln mit Teammanager Massimo Rivola von seinem früheren Ferrari-Rennstall fand.

Für Haug etwas Besonderes

Das Auto hatten zwei Minuten vor Beginn des Blitzlichtgewitters einige Mechaniker ohne große Show aus der Garage in die Boxengasse geschoben.

Am vorigen Montag bei der Team-Präsentation hatten die Stuttgarter der Öffentlichkeit nur das Design am Brawn-Weltmeisterauto von 2009 vorgestellt 196939(DIASHOW: Schumi-Tag bei Mercedes).

Die Präsentation des neuen Autos berührte dann auch Mercedes-Sportchef Norbert Haug. "Das ist schon nochmal etwas Besonderes. Vor allem, weil hier in sehr kurzer Zeit sehr viel dargestellt wurde. Das war unser härtester Winter", sagte Haug.

39 Runden von Rosberg

Um 10.33 Uhr röhrte in der Box zum ersten Mal der Mercedes-Motor im neuen Silberpfeil, der in der Nacht von Samstag auf Sonntag in Valencia angekommen war.

Zwei Minuten später bahnte sich Rosberg vorbei an vielen Fernsehkameras den Weg auf die Strecke zur ersten Installationsrunde, bei der alle Systeme des Autos überprüft werden.

Um 11.34 Uhr nahm der in Wiesbaden geborene Sohn des ehemaligen Weltmeisters Keke Rosberg die richtige Testarbeit auf und fuhr insgesamt 39 Runden, bevor am Nachmittag Schumacher das Lenkrad übernahm.

Rückkehr zu Mercedes

Für den Kerpener, der nach drei Jahren Pause in die Königsklasse zurückkehrt, war es der erste offizielle Einsatz als Mercedes-Werkspilot auf einer Rennstrecke seit er Anfang der 90er Jahre als Mitglied des Mercedes-Juniorteams in einem Gruppe-C-Sportwagen für die Stuttgarter unterwegs war.

1991 schaffte er dann mit Unterstützung von Mercedes bei Jordan den Sprung in die Formel 1, wo er bis zu seinem Rücktritt Ende 2006 in 250 Rennen 91 Siege holte und siebenmal Weltmeister wurde.

Zuletzt hatte Schumacher sich mit privaten dreitägigen Testfahrten in einem GP2-Auto in Jerez auf sein Comeback vorbereitet.

"Schumi, gib Gummi"

Die Fans freuen sich, dass Schumacher wieder da ist. Über der Mercedes-Box hing ein Transparent eines spanischen Fanclubs. "Schumi, gib Gummi. Willkommen zurück", war darauf zu lesen.

Ein paar Minuten später sorgte ein Rosberg-Fanclub für Ausgeglichenheit: "Nico Rosberg, World Champion with Mercedes (Weltmeister mit Mercedes)."

Fahrer gleichgestellt

Innerhalb des Mercedes-Teams sind beide Fahrer gleichgestellt. Laut Haug ist es auch schon das Ziel, bei den Testfahrten beide zu gleichen Teilen einzusetzen.

"Wir versuchen, es hinzubekommen, dass es gerecht ist. Insgesamt müssen wir aber schauen, dass wir unsere Ziele erreichen und dafür die Zeit optimal nutzen", sagte Haug.

Buemi macht den Auftakt

Schon vor Rosberg waren die sechs anderen Teams, die an den Testfahrten teilnehmen, mit ihren 2010er-Autos auf die Strecke gegangen 180745(DIASHOW: Teams und Fahrer 2010)..

Den Anfang machte Sebastien Buemi (Schweiz) im Toro Rosso, sein Auto war ebenfalls erst am Morgen enthüllt worden.

Es folgten Felipe Massa (Brasilien) im Ferrari, Testfahrer Gary Paffett (Großbritannien) im McLaren, Rubens Barrichello (Brasilien) im Williams, Pedro de la Rosa (Spanien) im Sauber sowie Robert Kubica (Polen) im Renault.

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