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Sebastian Vettel beendet die Tests in Jerez auf dem 13. Platz von 24 Piloten © imago

Nach Abschluss der Tests in Jerez will keines der Spitzenteams sich in die Karten schauen lassen. Die Neulinge haben Probleme.

München - Drei Wochen vor dem Auftakt der Formel-1-Saison wird noch kräftig gepokert. (DATENCENTER: Die Tests 2010)

Während die Top-Teams wie Michael Schumachers Mercedes-Rennstall ihre Karten noch nicht aufgedeckt haben, feilscht Neueinsteiger USF1 mit dem Automobil-Weltverband FIA um einen späteren Einstiegstermin.

Campos dagegen will mit Hilfe des neuen Teamchefs Colin Kolles noch rechtzeitig die Kurve bekommen. (DATENCENTER: Die Saison 2010 im Überblick)

"Wir liegen im Plan, wissen aber gleichzeitig, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben", sagt Rückkehrer Schumacher im Rückblick auf vier arbeitsreiche Tage in Jerez, will aber vor dem abschließenden Vier-Tages-Test ab dem kommenden Donnerstag kein endgültiges Urteil abgeben.

Alonso schwärmt von Ferrari

"Barcelona wird ein wichtiger Test für alle sein und uns genauere Informationen über die Performance unseres Autos geben", sagt der 41 Jahre alte Kerpener.

Fernando Alonso, der bei Ferrari in die Fußstapfen des siebenmaligen Weltmeisters treten will, schwärmt zwar schon "vom besten Auto, dass ich jemals hatte".

Der Spanier kündigt aber schon weitere Verbesserungen an: "Red Bull, McLaren und Renault waren sehr schnell und haben ihre Karten aufgedeckt, während wir unsere noch verdeckt halten. Wenn ich in einem anderen Team wäre, würde ich auf jeden Fall auf Ferrari achten." 180745(DIASHOW: Teams und Fahrer 2010)

Vettel sieht Mercedes ganz vorne

Für Vize-Weltmeister Sebastian Vettel "sah Ferrari bislang sehr stark aus". Der Red-Bull-Pilot erwartet neben den Roten und seinem eigenen Team aber auch Mercedes und McLaren ganz vorne. Mit dem gestiegenen Erwartungsdruck hat der 22 Jahre alte Heppenheimer kein Problem.

Erwartungshaltung höher

"Es stimmt, dass die Erwartungshaltung von außen höher wurde. Da kann ich aber auch stolz darauf sein", sagte er den "Salzburger Nachrichten": "In diesem Jahr als Favorit zu gelten, bestätigt unsere Leistungen von 2009. Und außerdem: Weltmeister zu werden, war auch schon im Vorjahr mein Ziel."

Ganz andere Ziele verfolgt dagegen Timo Glock.

Mit Neuling Virgin will er schnell "den Anschluss finden und irgendwann im Mittelfeld kämpfen", sagt der 28-Jährige im Interview mit Sport1.de. (Hier geht's zum Interview)

Technische Probleme in der Vorbereitung

In Jerez stoppten seinen Rennstall aber immer wieder technische Probleme. 204254(DIASHOW: 2. Testserie in Jerez)

Dagegen spulte bei Einsteiger Lotus Routinier Jarno Trulli am Samstag 141 Runden am Stück ab, allerdings langsamer als Virgin.

Die anderen beiden Neulinge Campos und USF1 dagegen fehlen wegen großer finanzieller Probleme noch auf der Rennstrecke.

US-Team will später einsteigen

Die Amerikaner würden am liebsten sogar erst am 9. Mai einsteigen.

"Wir arbeiten daran, mit der FIA zu klären, wie viele Rennen wir auslassen können", berichtete Team-Mitbegründer Anderson über Gespräche mit dem Weltverband: "Im Idealfall könnten wir die ersten vier Rennen verpassen und dann in Barcelona einsteigen."

Hoffen auf FIA

Anderson ist noch zuversichtlich, von der FIA Unterstützung zu erhalten.

"Alles ist möglich. Warum sollten sie uns einen Platz geben und uns dann bei den ersten Problemen gleich rauswerfen", sagt er: "Das ist definitiv nicht die Rückmeldung, die ich von ihnen erhalte. Sie wollen uns helfen und nicht loswerden."

Anderson hofft auf eine schnelle Rückmeldung vom Weltverband, weil davon auch Verhandlungen mit neuen Sponsoren abhingen: "Wir haben einen Zeitplan. Wenn wir eine schnelle Enscheidung bekommen, können wir loslegen. Wenn es noch ein oder zwei Wochen dauert, wird es schwieriger."

"Zwei Autos in der Startaufstellung"

Bei Campos soll nach der Übernahme der Mehrheitsanteile von Teamgründer Adrian Campos durch den spanischen Geschäftsmann Jose Ramon Carabante nun Kolles den Wagen flott machen.

"Ich weiß nicht, wie uns das gelingen wird, und es ist mir auch egal, aber wir werden mit zwei Autos in der Startaufstellung haben", so der 43-Jährige, der schon Teamchef bei Midland, Spyker und Force India war.

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