vergrößernverkleinern
Michael Schumacher gab 1991 ein Gastspiel in der japanischen Formel 3 © getty

Der Rekord-Weltmeister richtet kurz vor dem Testfinale einen Appell an sein Team. Der Mercedes sei noch nicht konkurrenzfähig.

Von Marc Ellerich

München - Einmal noch hat Michael Schumacher in Barcelona die Gelegenheit, seinen Mercedes-Boliden ausgiebig zu testen - doch das Urteil des Rekord-Weltmeisters steht zwei Wochen vor dem Saisonstart in Bahrain bereits fest: Frühe Siege, so unkt Schumacher, werde es mit dem W01 nicht geben. (SERVICE: Alles Tests - Alle Zeiten)

Schumacher redete nicht lange um den heißen Brei herum, als er nach der zweiten Test-Session in Spanien nach der Form seines Silberpfeils gefragt wurde: "Im Augenblick befinden wir uns nicht voll und ganz in der Position, in der wir gerne wären: So konkurrenzfähig zu sein, um den ersten Rennen um Siege kämpfen zu können."

Am Freitag war er, wie schon in den Testfahrten zuvor, nur im Mittelfeld gelandet.

Poker der Top-Teams

Die Kritik mag der übliche Poker eines Favoriten vor dem Auftakt sein. Keines der Top-Teams lässt sich so kurz vor dem ersten Rennen gerne in die Karten blicken. (DATENCENTER: Die Saison 2010 im Überblick)

Zumal es bei den Testprogrammen längst noch nicht um vordere Platzierungen geht, sondern um die Abstimmung der Boliden bis zur Rennreife.

Andererseits absolivert die Konkurrenz ähnliche Programme wie das neue deutsche Team - und lag in der Endabrechnung bei den bisherigen Testfahrten meist vor den beiden Silberpfeil-Piloten Schumacher und Rosberg.

Hackordnung unklar

Der erfahrene Schumacher weiß natürlich, dass im Moment in der PS-Liga viel geblufft wird, wenn er sagt: "Das Testen ist prima, aber Rennfahren ist dann doch noch einmal eine ganz andere Sache. Momentan ist es schwer einzuschätzen, wie die tatsächliche Hackordnung aussieht. Am wichtigsten ist es, nicht allzu weit weg zu sein."

Doch Schumi sagt auch: "Noch sind wir nicht fertig. Ich denke nicht, dass ich schon eine Qualifikationsrunde hingelegt habe." Das heißt übersetzt: Noch ist der Silberpfeil nicht schnell genug.

"Habe noch was in der Hinterhand"

Und der 41-Jährige treibt sein Team, mit dem er nach eigener Aussage sehr gut zusammenarbeitet, noch zu weiteren Anstrengungen an. Die "Bild" zitiert ihn mit den Worten: "Ich kann nicht behaupten, dass es rund läuft. Unser Hauptaugenmerk ist es zurzeit, uns nicht von den anderen abhängen zu lassen."

Seine Freude am Rennfahren lässt sich der Rückkehrer durch den holprigen Start aber nicht nehmen.

Er fühle sich trotz seiner 41 Jahre keineswegs alt, teilte der siebenmalige Weltmeister den Journalisten in Bahrain mit. Und auch von seinem großen Ziel, den achten Titel einzufahren, lässt er sich keinen Zentimeter abbringen: "Es gibt keine Gründe, warum wir nicht um die Meisterschaft mitreden sollten."

Man darf ihn also auf keinen Fall bereits abschreiben, zumal Schumi listig ankündigt: "Ich habe immer etwas in der Hinterhand."

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel