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Sebastian Vettel wurde 2009 mit 84 Punkten Zweiter der Fahrer-WM © getty

Zum Abschluss der Tests spekuliert Sebastian Vettel über Stärken und Schwächen der Rivalen. Auch Rosberg hat er auf dem Zettel.

Barcelona - Zwei Wochen vor dem Großen Preis von Bahrain sind Deutschlands Formel-1-Stars Michael Schumacher und Sebastian Vettel richtig heiß auf den Saisonstart (DATENCENTER: Die Saison 2010 im Überblick).

"Es wird ein langes Jahr, ein hartes Jahr. Im Moment schaut es sehr eng aus, übers Jahr gesehen wird es spannend - eine heiße Kiste", sagte zum Abschluss der letzten Testfahrten in Barcelona Red-Bull-Pilot Vettel, der nach dem zweiten Platz im Vorjahr für 2010 nur ein Ziel hat: "Weltmeister werden." (SERVICE: Alles Tests - Alle Zeiten)

"Nicht nur von Michael reden"

Dafür muss er unter anderem Rekordweltmeister Schumacher schlagen, der nach drei Jahren Pause im Mercedes-Silberpfeil in die Königsklasse zurückkehrt und sich schon auf das Duell mit seinem "Kronprinzen" freut. "Brisanz sehe ich nicht darin. Ich freue mich darauf. Sebastian ist ein netter Kerl. Wir haben schon einiges zusammen gemacht, es war immer lustig", sagte Schumacher (Schumis Warnruf: Keine schnellen Siege).

Vettel schaut beim Blick auf das neue Mercedes-Werksteam allerdings nicht nur auf den 41 Jahre alten Kerpener. "Da sollte man nicht nur von Michael reden, sondern von Mercedes generell", sagte der 22 Jahre alte Heppenheimer: "Der Nico ist auch keine Pappnase, die zwei sind schon gut unterwegs."

Vettel: Noch nicht ganz vorne

Neben Schumacher und Rosberg, der während der Tests zwei Bestzeiten markierte, und dem Team England mit Titelverteidiger Jenson Button und Lewis Hamilton bei McLaren hat Vettel nach dem 15. und letzten Testtag dieser Saison vor allem das Ferrari-Duo Felipe Massa und Fernando Alonso auf der Rechnung.

"Wenn man etwas sagen kann, dann ist es, dass Ferrari sehr stark aussieht", sagte Vettel, der kurzfristig am Sonntagvormittag noch mal zum Einsatz gekommen war: "Dahinter wird es zwischen uns, McLaren und Mercedes eng. Ganz vorne sehe ich uns noch nicht." 180745(DIASHOW: Teams und Fahrer 2010)

Schumacher: Noch viel Arbeit

Ähnlich schätzt Schumacher sein Mercedes-Team ein. "Ich habe von Anfang an gesagt, dass wir nicht unbedingt in der Lage sein müssen und es wahrscheinlich auch nicht sein werden, gleich zu Saisonbeginn Siege einzufahren", sagte Schumacher in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung": "Es liegt noch einiges an Arbeit vor uns. Es gibt jedoch keine Gründe, warum wir nicht dieses Jahr ein Wort um die Meisterschaft mitreden sollten."

Angesichts der großen Gewichtsunterschiede von bis zu 160 Kilogramm wegen der neuen größeren Tanks ist es in diesem Jahr umso schwieriger, die wahre Leistungsstärke der einzelnen Teams einzuschätzen. "Die Rundenzeit, die am Ende des Tages auf der Liste steht, ist eher sekundär", sagte Vettel: "Viel interessanter ist das, was produziert wird, wenn man längere Zeit draußen ist."

Zufriedener Haug

Daher tat sich auch Mercedes-Sportchef Norbert Haug ein wenig schwer mit einer Einschätzung der Leistung bei den Testfahrten. "Zufrieden bin ich erst nach dem ersten Sieg - aber nicht lange, denn danach kommt das nächste Rennen, und das ist immer das wichtigste", sagte er.

Lobende Worte fand er für Schumacher. "Michael ist erfahren und engagiert wie am ersten Tag seiner Karriere - vielleicht sogar noch engagierter und noch begeisterter", sagte er: "Er bringt all seine Kenntnisse ein, und Nico Rosberg tut das nicht minder. Ich bin zufrieden mit unserer Fahrerpaarung - rundum zufrieden bin ich dann, wenn wir gewinnen."

Glock braucht Zeit

Rosberg freut sich über seinen erfahrenen Teamkollegen. "Das ist eine richtig gute Sache. Die Zusammenarbeit mit ihm war bislang sehr gut. Alles verläuft reibungslos und offen, was sehr schön ist", sagte der 24-Jährige: "Aufgrund seiner riesigen Erfahrung ist es natürlich großartig, dass wir in Bezug auf das Setup gemeinsam aggressiv zu Werke gehen können. Das kommt der Entwicklung des Autos zugute."

Während Neuling Nico Hülkenberg bei Williams sogar eine Bestzeit markierte und Adrian Sutil mit den Ansätzen bei Force India sehr zufrieden ist, kämpft Timo Glock bei Neueinsteiger Virgin noch mit Kinderkrankheiten. Aufgrund mehrerer technischer Probleme unter anderem mit der Hydraulik verbrachte Glock fast mehr Zeit an der Box als auf der Strecke.

"Ich gebe uns Zeit, die brauchen wir auch. Man muss sehen, dass zwei Teams bisher kein Auto zustande gebracht haben, und wir stehen hier, das ist schon einmal eine Leistung", sagte Glock: "Wir wollen mit Lotus auf einer Augenhöhe sein. Die gilt es zu schlagen, das ist der einzig wahre Vergleich, den wir haben."

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