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Sebastian Vettel dreht in Valencia die ersten Runden mit seinem neuen Boliden © getty

Weltmeister Sebastian Vettel fährt mit seinem neuen Boliden sofort an die Spitze. Wesentlich holpriger läuft es bei Mercedes.

Valencia - Für Sebastian Vettel begann die neue Formel-1-Saison so wie die alte aufgehört hat: auf Platz eins.

Erst enthüllte er am ersten offiziellen Testtag der Königsklasse in Valencia schon morgens um 8.36 Uhr seinen neuen Red-Bull-Boliden345021(Bilder). Danach spulte er wie ein Uhrwerk insgesamt 93 Runden ab und fuhr mit einer beeindruckenden Selbstverständlichkeit gleich wieder die Bestzeit.

Startschwierigkeiten gab es dagegen bei Mercedes. Nico Rosberg stoppte schon nach neun Runden ein Hydraulikproblem, Rekordweltmeister Michael Schumacher blieb danach gerade einmal eine knappe Dreiviertelstunde im neuen Silberpfeil.

"Es war ein sehr guter erster Tag für uns. 93 Runden zum Auftakt sind uns noch nie gelungen. Und was den Speed angeht, ist es besser, ganz oben zu stehen als ganz unten", sagte Vettel, für den seine neue Startnummer 1 gleich Programm war.

Vettel sofort schnell unterwegs

"Die Nummer sieht gut aus, aber ich weiß ja, welche ich drauf habe", meinte der 23-Jährige: "Sie ist besser als jede andere Nummer, vor allem weil man weiß, warum man sie trägt. Sie macht mich aber nicht schneller."

Vettel ging schon um 10.05 Uhr, fünf Minuten nach Beginn der Testfahrten, mit der Nachfolgerin seiner "Luscious Liz" ("leckere Liz") erstmals auf die Strecke und war von Beginn an schnell unterwegs.

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Am Ende war er mehr als sieben Zehntelsekunden schneller als Vize-Weltmeister Fernando Alonso im ebenfalls neuen Ferrari343307(Bilder).

Schumis Bolide streikt

Rosberg ließ sich bei der Jungfernfahrt des neuen Mercedes, den er um 9.22 Uhr gemeinsam mit Schumacher enthüllt hatte 344319(Bilder), 20 Minuten mehr Zeit. Nach der langwierigen Reparatur ging Schumacher erst spät auf die Strecke, kam nur noch auf 15 Runden und Platz neun.

[kaltura id="0_ld0bepg3" class="full_size" title="Vettels Loblied auf Schumi"]

Als "interessant, aber kurz" beschrieb Schumacher seine erste Ausfahrt. Zweifel daran, dass der neue Silberpfeil deutlich besser ist als der Vorgänger, hat er auch nach den technischen Problemen nicht.

"Ich denke, mit diesem Auto sollten wir in der Lage sein, um Podiumsplätze und - wenn es gut läuft - auch um Siege kämpfen zu können."

Haug: Wir wollen um Siege fahren

Auch Rosberg hatte bis zum Zwangsstopp einen guten Eindruck. "Ich habe mich gleich zu Hause gefühlt", meinte er.

Trotz der Anlaufschwierigkeiten soll der neue Silberpfeil die Stuttgarter zumindest näher an die Spitze heranbringen.

"Unsere Zielsetzung hat sich nicht geändert. Wir wollen um Siege fahren und wir werden am Ende unser Ziel erreichen", meinte Mercedes-Sportchef Norbert Haug: "Ich kann nicht versprechen, ob es drei, vier, fünf, 17 oder 25 Rennen dauert. Aber wir arbeiten in die richtige Richtung."

Der Druck, der auf dem Team lastet, stört ihn nicht. "Druck ist Teil des Geschäftes, und aus Druck werden auch Diamanten", sagte Haug.

Titelverteidigung im Visier

Ein spanischer Fanclub stärkte dem siebenmaligen Weltmeister Schumacher mit einem Transparent den Rücken: "Schumi, wir glauben an Dich. Es ist Zeit für die 8."

Gegen Schumachers achten Titel hätte allerdings Vettel sicher etwas einzuwenden, nicht nur, weil er den Wanderpokal für den Weltmeister gerne noch etwas länger zu Hause stehen haben würde. "Natürlich wollen wir den Titel verteidigen", sagte der 23-Jährige.

Dass er als jüngster Weltmeister der Formel-1-Geschichte noch genügend Zeit hätte, auch Schumachers Bestmarke zu übertreffen, damit will er sich aber noch nicht beschäftigen.

Lob für Schumacher

"Dafür würde ich viel Zeit brauchen", meinte Vettel: "Man setzt sich nicht das Ziel, acht Titel zu holen, um einen mehr zu haben als der bisher beste. Das ist ein langer Weg. Man muss immer im richtigen Moment am richtigen Platz sein. Michael hatte diese Konstellation siebenmal. Was er geleistet hat, ist außergewöhnlich."

Man ginge aber nicht mit dem Anspruch in eine Saison, den zweiten von sieben Titel gewinnen zu wollen, meinte Vettel: "Man muss Schritt für Schritt gehen. Andererseits: Wenn ich acht Titel gewinnen würde, hätte ich kein Problem damit."

Hülkenberg auf Platz zwei

Auf Platz zwei hinter Vettel fuhr Nico Hülkenberg, der nach seinem Abschied von Williams erstmals in seiner neuen Rolle als Testfahrer für Force India unterwegs war.

Der 23-Jährige aus Emmerich war allerdings wie der drittplatzierte Brite Gary Paffett bei McLaren und sein auf Platz vier gelandeter Teamkollege Paul di Resta noch nicht in einem neuen Auto, sondern einem modifizierten Vorjahresfahrzeug unterwegs.

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