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Ex-Weltmeister Michael Schumacher fährt seit 2010 für Mercedes GP © getty

Nach den wechselhaften Jerez-Auftritten geht das Rätselraten um die Silberpfeile richtig los. Rosberg sieht den Turnaround.

Von Barnabas Szöcs

München/Jerez - 3,254 Sekunden sind in der Formel 1 mehr als eine halbe Ewigkeit.

Für Mercedes-Pilot Nico Rosberg ist dieser Rückstand bei den Tests in Jerez zur bitteren Realität geworden: Die enorme Differenz auf den Tagesschnellsten Felipe Massa wirft vor dem Saisonstart erneut die Frage auf, ob der W02 die Erwartungen für die neue Saison erfüllen kann 349532(Bilder).

"Leider haben uns ein paar Probleme zurückgeworfen. Der Heckflügel hat nicht ordentlich funktioniert, ein kleines Getriebeproblem hat mich am Ende gestoppt, davor war es ein Sensorproblem", sagte der 25-Jährige bei "Motorsport-total.com".

Um dann jedoch zu ergänzen: "Ich bin aber viele Runden gefahren - das war das Positive."

Hauptproblem Heckflügel

Gleichwohl: Es klingt nach Zweckoptimismus bei Mercedes. Gleich zweimal musste Rosberg seinen Boliden während der Testfahrten abstellen, löste eine Rote Flagge aus und spulte lediglich 67 Runden ab.

Mehr ließ die Pannenserie nicht zu, die rückblickend auf die vielen Anfangsschwierigkeiten auch im Vorjahr unweigerlich ein Deja-vu auslöst.

Zum Vergleich: Ferrari-Pilot Massa kam nun auf 107 Runden. (STATISTIK: Die Resultate aus Jerez).

Besonders hartnäckige Probleme bereitet dem Silberpfeil-Team der neue verstellbare Heckflügel: "Er hat nicht richtig funktioniert und das beeinflusst die Rundenzeit stark", so Rosberg.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die News im TV auf SPORT1)

"Wir haben das erwartet"

Doch Michael Schumachers Teamkollege gibt sich trotz der Defekte auffällig gelassen und verweist hoffnungsvoll auf die Weiterentwicklung zum Saisonstart. (DATENCENTER: Rennkalender 2011)

"Wir haben das erwartet. Das ist ein Übergangsauto, es hat nicht viel mit dem Auto gemein, das wir in Bahrain haben werden", meint Rosberg.

Und weiter: "Wir werden in Bahrain einen signifikanten Sprung machen, daher schaue ich nicht auf die Zeiten. Die anderen könnten auch noch einen Schritt machen, doch es ist derzeit unmöglich, etwas zu sagen."

Schumis Bestzeit nur eine Bluff?

Hoffen also aufs Update - und offenbar getrieben von dem Wunsch, dem unruhigen Umfeld eine Beruhigungspille zu verabreichen.

Denn: Am Freitag nun überraschte Michael Schumacher mit der Tagesbestzeit und ließ mit seiner Performance die Kritiker zunächst verstummen.

Red-Bull-Konkurrent Mark Webber hielt die Bestzeit indes nur für "kleine Show für Deutschland" und sucht die Darbietung als Bluff zu "entlarven": "Wenn man seinen Rundenverlauf anschaut, dann muss er die superweichen Reifen gefahren sein. Die sind zwar viel schneller, aber sie halten nur eine Runde. Danach war er sofort wieder zwei Sekunden langsamer..."

Immerhin mal kein Defekt

Immerhin das Erfreulichste für Mercedes am zweiten Testtag: Die 112 Runden spulte Schumacher problemlos ab - nämlich ohne Defekt.

Wie fortgeschritten die verbesserte Variante des W02 gegenüber der "Basisversion" zum Saisonstart allerdings tatsächlich sein wird, steht auf einem anderen Blatt.

Gefallen lassen muss sich Mercedes dabei auch Nachfragen, wie Getriebe-, Sensor-, und Flügelprobleme dem Bahrain-Modell erspart bleiben sollen.

Warten auf das neue Auto

Die Konkurrenz jedenfalls testete in Jerez bereits fleißig neue Teile und scheint wesentlich besser im Zeitplan zu liegen.

Und schon in Valencia fuhren Rosberg und Schumacher der Konkurrenz hinterher.

"Unsere neuen Teile kommen noch", sagt Rosberg dazu. "Bei uns kommt noch ein großer Schritt."

Paukenschlag in Bahrain?

Die Ansprüche von Rosberg und Schumacher an den neuen Boliden für 2011 sind jedenfalls extrem hoch sind: "Wir haben uns viel vorgenommen, das Auto ist siegfähig und ein großer Schritt nach vorne."

Wie weit der reichen mag, ist derzeit schwer vorherzusagen.

Ihr wahres Gesicht werden die Silberpfeile wohl erst zum Saisonstart zeigen, so prophezeit es zumindest Nico Rosberg: "Qualifying Bahrain, da wird man es wissen. Vorher nicht!"

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