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Nick Heidfeld holte in der vergangenen Saison sechs Punkte aus fünf Rennen © getty

Bei der ersten "Bewerbungsfahrt" für Lotus-Renault setzt der Routinier ein Glanzlicht. Schumi spult ein Mega-Programm ab.

München/Jerez - Nick Heidfeld hat mit der sensationellen Testbestzeit in Jerez eindrucksvoll seine Ambitionen auf das Lotus-Renault-Cockpit des schwer verletzten Robert Kubica untermauert.

Der 33-jährige Mönchengladbacher war am ersten Tag seiner "Bewerbungsfahrten" überraschend der Schnellste vor Lokalmatador Fernando Alonso im Ferrari und Mercedes-Pilot Michael Schumacher, der mit Rang drei seine Bestzeit vom Freitag bestätigte. (STATISTIK: Die Resultate aus Jerez)

Weltmeister Sebastian Vettel begnügte sich in seinem Red-Bull-Renault mit Platz sechs. 349532(Bilder)

Nach der eindrucksvollen Vorstellung gleich an seinem ersten Tag im neuen Renault dürfte Heidfeld der Job als Vertreter seines früheren BMW-Kollegen Kubica kaum noch zu nehmen sein.

15 Runden reichen Heidfeld

Renault-Teamchef Eric Boullier hatte schon zuvor angekündigt: "Wenn er überzeugt, ist er unser Mann."

Am Samstagabend lobte der Franzose Heidfeld in den höchsten Tönen: "Unsere ersten Eindrücke sind sehr positiv. Er hat gut mit der Mannschaft gearbeitet, gutes Feedback gegeben und das Auto während des gesamten Tages verbessert."

Schon nach gerade einmal 15 Runden war Heidfeld schneller als der verbliebene Renault-Stammpilot Witali Petrow aus Russland am Tag zuvor. (DATENCENTER: Rennkalender 2011)

Am Ende unterbot "Quick Nick" dessen bisherige Bestzeit um mehr als zwei Sekunden. Zudem fuhr er seine absolute Bestzeit in der Mittagszeit, in der die Strecke aufgrund der Asphalt-Temperaturen eigentlich nicht die besten Konditionen bietet.

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"Es hat wirklich Spaß gemacht"

"Es hat wirklich Spaß gemacht", sagte Heidfeld: "Meine Eindrücke sind sehr positiv. Wir hatten einen guten Tag ohne viel Probleme. Zum Glück sind alle Änderungen, die vorgenommen wurden, in die richtige Richtung gegangen."

Seine Leistung wollte er aber nicht überbewerten: "Es ist sehr schwer, die Zeiten zu vergleichen, weil man nicht weiß, mit wie viel Benzin die anderen Teams gefahren sind oder was sie ausprobiert haben."

Kubica 16 Stunden auf OP-Tisch

Renault muss einen möglichst erfahrenen Ersatzmann für Kubica finden, da der 26-jährige Pole am vorigen Sonntag als Gaststarter bei einer Rallye schwer verunglückt war und sich zahlreiche Knochenbrüche zugezogen hatte.

Noch am Sonntag war er sieben Stunden lang operiert worden, wobei unter anderem seine rechte Hand vor der Amputation bewahrt wurde.

Am Freitag lag Kubica noch einmal neun Stunden auf dem OP-Tisch, als seine gebrochene rechte Schulter und Frankturen am rechten Fuß stabilisiert wurden.

Dritte Operation steht an

Kubica muss sich zudem noch ein drittes Mal operieren lassen.

Der Eingriff, bei dem der rechte Ellbogen gerichtet werden soll, wurde laut der "Gazzetta dello Sport" von den Ärzten entgegen der ursprünglichen Planung von Montag auf den kommenden Mittwoch verschoben.

Schumacher: "Sehr gut unterwegs"

Rekordweltmeister Schumacher zeigte sich verhalten optimistsich nach dem absolvierten Programm.

"Nach meinen beiden Testtagen hier in Jerez kann ich nur zufrieden sein, was wir erreicht haben. Mit Ausnahme einiger Kleinigkeiten sind wir sehr gut unterwegs gewesen, was uns in die Lage versetzt, weitere Fortschritte in unserem Testprogramm zu machen", sagte er.

Vettel lobt Schumi

Vettel maß seiner Zeit und Platz sechs keine allzu große Bedeutung bei. "Einige sind heute schnelle Runden gefahren, andere eher länger draußen geblieben. Wir haben eher zu den Letzteren gehört", sagte der Weltmeister.

Er hatte auch ein Auge auf Heidfeld geworfen: "Was ich gesehen habe, hat er einen guten Job gemacht. Das Auto scheint nicht so schlecht zu sein. Er kann ja jetzt mal sehen, ob die Rente noch ein bisschen warten kann."

Alonso war mit 131 absolvierten Runden der fleißigste Pilot des Tages. Auch Schumacher knackte deutlich die Schallmauer von 100 Runden.

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