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Kimi Räikkönen konnte in seiner bisherigen Karriere 18 Formel-1-Rennen gewinnen © imago

Kimi Räikkönen kommentiert seine Bestzeit gewohnt schnörkellos. Der geglückte Saisonstart stimmt ihn aber zuversichtlich.

Von Olaf Mehlhose

München - Es war eine Rückkehr mit Knalleffekt.

Mit seiner Bestzeit am ersten Tag der Testfahrten in Jerez de la Frontera (Bericht u. 516248Bilder) hat Kimi Räikkönen das erste Ausrufezeichen der noch jungen Formel-1-Saison gesetzt. (SERVICE: Die Resultate aus Jerez)

Dabei ließ der Lotus-Pilot arrivierte Fahrer wie die Mercedes-Lenker Michael Schumacher und Nico Rosberg, Felipe Massa sowie Vize-Weltmeister Jenson Button hinter sich.

Und auch wenn die Ergebnisse noch kein endgültiges Fazit über sein Leistungsvermögen zulassen, lässt sich die Rückkehr durchaus als geglückt bezeichnen. (515775DIASHOW: Räikkönens neuer Schwarzer)

Bestzeit ohne Bedeutung

In der anschließenden Pressekonferenz zeigte sich der Finne jedenfalls sehr zufrieden mit seinem ersten Auftritt in der Königsklasse seit dem Jahr 2009 - der Top-Zeit maß er allerdings nur untergeordnete Bedeutung zu.

"Das interessiert mich nicht. Heute war der erste Testtag. Es wäre etwas anderes gewesen, wenn es ein Rennen gewesen wäre. Wichtig ist, dass die Balance des Autos stimmt, und dass wir heute keine Probleme hatten", meinte der der 32-Jährige.

Allerdings musste selbst Räikkönen einräumen, dass der Start duchaus verheißungsvoll gewesen sei: "Ich hatte schon viele schlechtere erste Tage. Mit diesem Auto habe ich ein gutes Gefühl."

Keine Motivationsprobleme

Zu dem positiven Eindruck dürfte auch beigetragen haben, dass er mit dem gelungenen Auftakt in Jerez jene Kritiker eines besseren belehrte, die daran gezweifelt hatten, dass er noch genügend Ansporn habe, um ein erfolgreiches Comeback hinzulegen.

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"Ich hatte nie Motivationsprobleme", stellte Räikkönen bereits vor den Tests in Andalusien gegenüber "Autosport" klar: "Leute, die mich nicht kennen, die keine Ahnung haben, wie groß meine Motivation ist, haben über mich geschrieben. Würde ich die Motivation nicht mehr spüren, dann würde ich aufhören."

"Gutes Gefühl für die Reifen"

Und auch die technischen und materialbedingten Veränderungen bereiteten ihm keine Probleme.

"Mir kam nichts unbekannt vor. Eigentlich war es wie früher auch. KERS kenne ich schon von Ferrari, und DRS ist ein Knopf mehr auf dem Lenkrad", sagte der Lotus-Fahrer.

Die Pirelli-Pneus hatte Räikkönen ebenfalls im Griff. Schwierigkeiten wie bei Schumacher, der sich bei seinem Comeback in der PS-Liga einen komplett neuen - reifenschonenderen - Fahrstil antrainieren musste, waren beim 18-maligen Grand-Prix-Sieger nicht zu erkennen.

"Ich hatte heute ein ganz gutes Gefühl für das Auto und die Reifen. Viel kann ich zu den Reifen noch gar nicht sagen, ich muss einfach noch mehr Longruns mit ihnen fahren. Sie scheinen im Vergleich zu früher schneller abzubauen, aber das ist für alle gleich", erklärte der "Iceman".

Zwangspause wegen KERS

Auch die körperliche Verfassung ist offenbar glänzend. Insgesamt spulte der Formel-1-Rückkehrer 75 Runden auf dem Circuito Permanente de Jerez ab. Damit war er nach Kamui Kobayashi (106 Runden) und Paul di Resta (101) der fleißigste Fahrer.

Es wären sogar noch einige Umläufe hinzugekommen, wenn am Nachmittag nicht ein KERS-Problem seinen Lotus E20 für längere Zeit außer Gefecht gesetzt hätte.

"In Australien vorne mitmischen"

Aber vielleicht ist es ja auch ein gutes Zeichen, dass trotz des furiosen Auftakts noch genügend Spielraum für Verbesserungen bleibt.

Räikkönens Worte lassen sich zumindest in diesem Sinne interpretieren.

"Es gibt noch einige Bereiche, die wir verbessern müssen. Hoffentlich können wir das Auto weiterentwickeln und dann auch in Australien vorne mitmischen", sagte der Ex-Weltmeister und ließ keine Zweifel daran, wo die Reise seiner Ansicht nach hingehen soll. (DATENCENTER: Der Rennkalender 2012)

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