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Mercedes-Star Michael Schumacher belegte in der WM-Wertung 2011 den achten Platz © getty

Michael Schumacher glaubt nicht, dass er 2012 zum achten Mal Weltmeister wird. Ist die Titeljagd endgültig gescheitert?

Von Olaf Mehlhose

München - Wird die Rückkehr auf den Formel-1-Thron erneut verschoben oder sogar vollständig abgesagt?

Rekord-Champion Michael Schumacher zumindest zweifelt daran, dass er am Ende der Saison 2012 seinen achten WM-Titel bejubelt. (DATENCENTER: Der Rennkalender 2012)

"Realistisch betrachtet glaube ich nicht, dass wir von dort, wo wir im letzten Jahr gestartet sind, sofort ein Weltmeister-Auto haben werden", sagte der 43-Jährige am Rande der Testfahrten in Spanien.

Dabei hatte der Mercedes-Pilot seine unverändert zahlreichen Anhänger mit der Top-Zeit am zweiten Trainingstag in Jerez (Bericht u. 516248Bilder) gerade erst in Hochstimmung versetzt. (SERVICE: Alle Resultate aus Jerez)

Wenn nicht jetzt, wann dann?

Doch auf den Coup folgte die Ernüchterung: Den Titelträumen seiner Fans erteilte der Superstar der Königsklasse vorläufig eine Absage.

Schumis Äußerungen werfen allerdings die Frage auf, wann der angestrebte WM-Sieg denn nun stattfinden soll, wenn nicht 2012.

Seit seinem Comeback im Jahr 2010 hatte Schumacher stets vorgegeben, dass er einen Dreijahresplan verfolge, um das Projekt Weltmeisterschaft zu verwirklichen. Und sein Vertrag beim deutschen Vorzeige-Rennstall läuft am Saisonende aus. Ist die Jagd auf den achten WM-Erfolg damit endgültig abgeblasen?

Schumi: WM ist das Ziel

Die Schumi-Fans dürfen vorerst aufatmen: Seine großen Ambitionen hat der ehrgeizige Routinier noch lange nicht ad acta gelegt, und offenbar muss nach dem Großen Preis von Brasilien Ende November auch nicht zwingend Schluss sein.

"Ich bin immer noch hier, um eine Weltmeisterschaft auszukämpfen", stellte Schumacher klar: "Ob wir das schaffen können oder nicht, wird sich dieses Jahr zeigen - oder wann auch immer..."

Die Worte des siebenmaligen Weltmeisters lassen einigen Spielraum für Interpretationen.

Letzten Endes wird es wohl auf den Verlauf der Saison 2012 ankommen, ob Schumi weitermacht und seine Formel-1-Rückkehr doch noch mit einem WM-Gewinn krönen kann.

Nagelprobe für den Silberpfeil

Wenn der Altmeister im neuen Silberpfeil, der am 21. Februar zu Beginn der Testfahrten in Barcelona präsentiert wird, um Siege mitfahren kann, steht einer Fortsetzung seiner Karriere eigentlich nichts im Wege.

Und wer weiß, vielleicht können die Silbernen ja schon in diesem Jahr schon ein Ausrufezeichen setzen.

Ob der Oldie sich jedoch ein weiteres Jahr antun würde, wenn Mercedes auch 2012 den Top-Teams hinterherfährt, ist fraglich.

Bestzeit ohne Aussagekraft

Schumacher tut im Vorfeld des Roll-outs auf jeden Fall gut daran, sich nicht durch das Resultat von Jerez blenden zu lassen.

Fakt ist, dass die Bestzeit nicht die geringste Aussagekraft für den Verlauf der kommenden Saison besitzt.

Da Schumacher und Teamkollege Nico Rosberg ihr Intermezzo auf dem Circuito de Jerez im Auto von 2011 absolvieren, genießen sie den nicht unerheblichen Vorteil des angeblasenen Diffusors.

Die Zeiten lassen demnach keinerlei Rückschlüsse im Vergleich zu den anderen Top-Teams zu.

"Viele, wertvolle Kilometer"

Mit seinem Arbeitstag in Andalusien zeigte sich der 91-malige Grand-Prix-Sieger dennoch zufrieden.

"Wir sind viele, wertvolle Kilometer gefahren", analysierte Schumi: "Mit den Reifen haben wir sehr gute Arbeit geleistet. Diese Reifen zu verstehen ist für uns hier die wichtigste Aufgabe, und das haben wir gut hinbekommen."

Einen gehörigen Beitrag leistete Schumacher selbst. Mit 132 Runden spulte er nach Caterham-Lenker Heikki Kovalainen (139) die meisten Umläufe ab.

Und so dürfte er Jerez auf jeden Fall mit einem guten Gefühl verlassen. Richtig spannend wird es für den Mercedes-Star aber erst in Barcelona, wenn die Jungfernfahrt im neuen Silberpfeil ansteht.

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