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Red-Bull-Star Sebastian Vettel gewann in der vergangenen Saison elf von 19 Saisonrennen © getty

Vettel landet beim Saisoneinstand auf Rang drei. Bullen-Boss Mateschitz kommt mit dem Privatjet. Rosberg ist der Schnellste.

Jerez - Er strahlte übers ganze Gesicht und fühlte sich auf Anhieb wieder gleich wie zu Hause:

Sebastian Vettel hat sein erstes Rendezvous mit seiner neuen "Lady" und den positiven Start in seine "Mission Hattrick" genossen. (DATENCENTER: Der Rennkalender 2012)

"Am morgen war es noch knackig kalt und richtig rutschig. Aber es macht schon wieder richtig Laune, im Auto zu sitzen. Das erste Gefühl passt. Ich denke, wir sind da, wo wir es erwartet haben und ganz gut im Fahrplan", sagte der Weltmeister.

Den ersten richtigen Arbeitstag des Champions im Jahr 2012, wollte sich selbst sein Chef nicht entgehen lassen. (SERVICE: Alle Resultate aus Jerez)

Mateschitz zufrieden

Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz schwebte höchstpersönlich im Privatflieger für einen Tag in Jerez ein.

Und was er sah, gefiel dem Milliardär.

"Es sieht ganz gut aus. Aber es wäre auch eine Überraschung gewesen, wenn es nicht so wäre, denn das Auto ist ja eine Weiterentwicklung", sagte Mateschitz am Donnerstag in Jerez nach einer Stippvisite bei Vettel in der Box: "Jetzt warten wir alle auf Mercedes."

Rang drei zum Auftakt

Der Weltmeister freute sich über den spontanen Besuch von "Mr. Red Bull".

"Es ist schön, wenn man einen Chef hat, der Interesse daran hat und mit Leidenschaft dabei ist. Man sieht, wenn er hier ist, dass er Spaß hat, dabei zu sein, seine Autos fahren zu sehen", meinte der 24-Jährige, der sich mit dem dritten Platz zufriedengeben musste.

Nico Rosberg bescherte dem Mercedes-Auslaufmodell die zweite Tages-Bestzeit in Folge.

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Zweitbester Pilot des Tages war der Franzose Romain Grosjean im Lotus, allerdings wohl mit deutlich weniger Benzin und damit Gewicht als die Konkurrenten.

Vorfreude auf den Silberpfeil

Das neue Auto von Rosberg und Rekordweltmeister Michael Schumacher, der am Mittwoch der Schnellste war, wird erst beim zweiten Test am 21. Februar in Barcelona präsentiert.

Das 2011er-Modell ist wegen des für dieses Jahr verbotenen angeströmten Diffusors deutlich schneller als die neuen Renner und daher in Jerez quasi außer Konkurrenz unterwegs gewesen.

"Ich bin mit den Tests zufrieden", meinte Rosberg: "Man kann die Zeiten nicht mit den anderen Teams vergleichen, aber wir haben eine Menge über die Reifen gelernt. Jetzt freue ich mich darauf, bei den Tests in Barcelona mit dem neuen Silberpfeil zu fahren."

"Rote Hexe" enttäuscht

Die bisherigen Vorstellungen der Konkurrenten McLaren, für die Lewis Hamilton auf Rang vier landete, und besonders Ferrari haben Red Bull noch keine Kopfschmerzen bereitet.

Vor allem die "rote Hexe", wie die Schweizer Boulevard-Zeitung "Blick" den Ferrari mit der wohl markantesten Höckernase getauft hat, hielt in den ersten Tagen mit den hohen Erwartungen überhaupt nicht Schritt.

Lokalmatador Fernando Alonso kam als Siebter wie Teamkollege Felipe Massa an den beiden Tagen zuvor nicht über einen Platz im hinteren Mittelfeld hinaus.

Red Bull voll im Plan

Ganz anders der Red Bull RB8, der voll im Plan liegt und nicht nur Vettel einen guten ersten Eiundruck bescherte.

"Schon wichtig", sei dieser Eindruck, meinte der Champion: "Das prägt einen für das ganze Jahr. Um wirklich genau zu verstehen, was das Auto macht, muss man sich aber Zeit nehmen."

Das erste Rennen sei noch zu weit weg, erklärte Vettel: "Wir konzentrieren uns jetzt auf unsere Hausaufgaben, das Auto schnell und standfest zu machen. Der Rest wird sich dann zeigen."

Debüt in der namenlosen "Lady"

Pünktlich um 9.00 Uhr hatte Vettel seine Saison eröffnet, an deren Ende der dritte WM-Titel in Folge stehen soll.

Eine Handvoll Fotografen hielt vor der Box den Moment fest, als der Heppenheimer bei Temperaturen um den Gefrierpunkt mit seiner neuen noch namenlosen "Lady" die erste Runde in Angriff nahm.

Eine Minute nach Vettel stieg auch Hamilton in die Saison ein. Alonso ließ seine langsam an der Strecke eintreffenden Fans dagegen etwas warten und fuhr um 9.09 Uhr auf die Strecke.

Huovinen ersetzt Pärmakoski

Neu für Vettel, der am Mittwoch in Jerez eingetroffen war und am Abend noch geduldig für TV-Aufnahmen vor der Kamera stand und ein paar Späße machte, ist übrigens nicht nur das Auto.

Auch hinter den Kulissen gab es einen Wechsel. Erstmals war sein neuer Physiotherapeut und Betreuer Heikki Huovinen mit an der Strecke.

Der Finne, der seinen Landsmann Tommi Pärmakoski abgelöst hat, wurde in einem Crash-Kurs vom Team in seine neuen Tätigkeiten eingewiesen.

Wann und wie er seinen Piloten mit Getränken versorgen muss, wo und wie der Helm gelagert wird oder wie er mit der Boxentafel hantieren muss - das alles will gelernt sein.

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