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Nico Hülkenberg belegte am zweiten Testtag in Barcelona den ersten Platz © getty

Hülkenberg rast am zweiten Testtag in Barcelona zur Bestzeit. Vettel ist schon im Rennmodus. Rosberg hat Technik-Probleme.

Barcelona - Die Konkurrenz arbeitet noch am Feinschliff, da ist Weltmeister Sebastian Vettel schon wieder im Rennmodus.

Der Red-Bull-Pilot simulierte bei den Testfahrten in Barcelona (521624Bilder) ein komplettes Rennen über 66 Runden inklusive einiger langsamer Safety-Car-Runden. (SERVICE: Alle Resultate aus Barcelona)

Neben einer klemmenden Radmutter beim ersten Boxenstopp streikte bei Red Bull nur noch die Kaffeemaschine im Motorhome.

"Wenn das unser einziges technisches Problem bleibt, kann ich gut damit leben", sagte Teamchef Christian Horner. (521624DIASHOW: Die Tests in Barcelona)

Hülkenberg strahlt

Mehr Schwierigkeiten gab es bei Mercedes, wo Nico Rosberg am Nachmittag nach 82 Runden vorzeitig Feierabend machen musste, weil am neuen Silberpfeil das Getriebe Öl verlor.

Ein strahlendes Gesicht zeigte wieder Nico Hülkenberg, der nach Platz zwei am Vortag hinter Vettel am Mittwoch im Force India die Bestzeit folgen ließ.

In der Endabrechnung lag er vier Tausendstel vor Sauber-Fahrer Sergio Perez.

Vettel begnügte sich vor Ferrari-Pilot Fernando Alonso mit Rang drei, McLaren-Pilot Lewis Hamilton landete auf Rang sechs vor Rosberg.

Vettel hat Spaß

"Es macht schon Spaß, ein paar Runden mehr zu drehen", sagte Vettel über sein "Proberennen".

Dass der erste Reifenwechsel "voll daneben" ging, nahm er gelassen: "Dafür sind Tests doch da."

Hülkenberg wollte die Bestzeit nicht überbewerten. "Hier ist es nicht so wichtig, ganz vorne zu stehen. Wir sind ja noch nicht in Melbourne", sagte er: "Aber das Auto und ich wachsen immer mehr zusammen."

"Ein guter Start"

Bei Rosberg, der die Pause nutzte, um seine Sitzschale zu optimieren, änderte das Ölleck am Getriebe nichts an seinem grundsätzlich "sehr positiven Gefühl" vom W03. (BERICHT: Detailarbeit statt Knalleffekte)

[kaltura id="0_b55p0ze7" class="full_size" title="Mercedes Mit Zauber Nase zum Titel "]

"Wir haben überhaupt keine gröberen Probleme. Es ist echt ein guter Start", sagte der Mercedes-Pilot, der beim ersten Vergleich mit den Konkurrenten auch schon einige für ihn offenbar angenehme Erkenntnisse gewonnen hat.

"Ich kann schon ungefähr sehen, wo man im Vergleich zu den anderen ist", sagte Rosberg, verraten wollte er seine Meinung aber noch nicht. (BERICHT: Der neue Mercedes-Bolide)

Zuverlässigkeit stimmt

Zufrieden ist Rosberg, dass sein neues Auto im Vergleich zum Vorjahr offenbar von Beginn an deutlich zuverlässiger ist.

Vor dem Ölleck hatte lediglich ein kleines Hydraulikproblem seinen Teamkollegen Michael Schumacher am Dienstag etwas gebremst.

"Wir arbeiten jetzt zu 100 Prozent an der Leistungsfähigkeit, im letzten Jahr waren es noch 70 Prozent an der Standfestigkeit", meinte der 26-Jährige, der in der "Sport Bild" hohe Ziele formulierte:

"Wir müssen gewinnen und werden gewinnen. Ich glaube an den Erfolg. Ich sehe einfach, wohin die Mercedes-Reise geht."

Mission Hattrick läuft

Am liebsten dahin, wo Vettel seit zwei Jahren ist, nach ganz vorne. Der Red-Bull-Pilot will 2012 jetzt den Hattrick schaffen und vertraut dabei ganz auf sein perfektes Material bei den "Bullen".

"Das generelle Gefühl ist gut, auch wenn man in der Formel 1 nie auf Gefühle setzen sollte", sagte Vettel bei "www.formula1.com" über seinen neuen RB8:

"Ich muss wohl nicht sagen, dass wir schneller sein wollen als der Rest. Aber die gleichen Design-Genies, die den RB6 und RB7 geschaffen haben, haben auch den RB8 entworfen. Also haben wir den best möglichen Stammbaum."

Auf einer Stufe mit Schumi und Fangio

Mit dem dritten Titel in Serie würde Vettel zum legendären fünfmaligen Champion Juan Manuel Fangio und zu Rekordweltmeister Michael Schumacher aufschließen, die bislang als einzige Fahrer in der Formel 1 dreimal in Folge die WM-Krone holten.

"Dass es nur zwei geschafft haben, war mir nicht bewusst", meinte Vettel: "Aller guten Dinge sind drei, versuchen wir es also in diesem Jahr erneut. Vielleicht dürfen wir ja dazustoßen."

Klarheit in Malaysia

Vettel geht davon aus, dass nach seinem phänomenalen Jahr 2011 in dieser Saison das Feld wieder näher zusammenrücken wird, "besonders zwischen den Spitzenteams und dem Mittelfeld", meinte der Weltmeister: "Wir werden vielleicht ein paar Überraschungen erleben."

Noch sei es aber zu früh für Prophezeiungen, sagte Vettel: "Eine Rangfolge wird nicht vor Malaysia, auf einer normalen Strecke, sichtbar werden."

Malaysia ist am 25. März die zweite von insgesamt 20 Stationen der Formel 1. Die Saison beginnt am 18. März in Melbourne.

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