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Nico Hülkenberg ersetzte Adrian Sutil nach der Saison 2011 als Stammfahrer bei Force India © getty

Mit seiner Bestzeit rechtfertigt Hülkenberg seine Beförderung zum Stammfahrer. Buemi lobt den neuen Force-India-Boliden.

Von Olaf Mehlhose

München - Das erste Ausrufezeichen ließ nicht lange auf sich warten.

Nico Hülkenberg hat seine Beförderung zum Stammpiloten bei Force India bereits an den ersten beiden Testtagen in Barcelona gerechtfertigt. (SERVICE: Alle Resultate aus Barcelona)

Der 24-Jährige, der wenige Tage vor Weihnachten anstelle von Adrian Sutil das zweite Steuer beim Team des indischen Business-Moguls Vijay Mallya zugesprochen bekommen hatte, raste bei seinem zweiten Auftritt auf dem Circuit de Catalunya überraschend zur Bestzeit.

Bereits an Tag eins hatte er sich auf dem Traditionskurs in Montmelo nur Weltmeister Sebastian Vettel geschlagen geben müssen. (521624DIASHOW: Die Tests in Barcelona)

"Hätte noch schneller gekonnt"

Dass er bei seiner Top-Runde durch eine Unachtsamkeit Nico Rosbergs beeinträchtigt wurde, wertete die Zeit im Nachhinein sogar noch auf.

"Ich hätte noch schneller gekonnt", erklärte "Hülk" bei "Auto, Motor und Sport": "Leider ist mir Nico Rosberg in der ersten Kurve vor die Nase gefahren. Er ist gerade aus der Box rausgekommen und stand mir ein bisschen im Weg."

Die Top-Zeit war für ihn aber nur eine Randnotiz. Das Hauptaugenmerk des ambitionierten indischen Rennstalls habe darauf gelegen, die Grenzen des Fahrzeugs auszutesten, betonte Hülkenberg.

"Man will immer gute Runden fahren. Wir sind Rennfahrer", sagte der Sutil-Nachfolger: "Aber man muss schnell fahren und das Auto ans Limit bringen, um herauszufinden, wo die Schwächen liegen."

Lob von Buemi

In Barcelona sprangen den Betrachtern vor allem die guten Seiten ins Auge. Stärken scheint der Force India VJM05 einige zu haben.

"Denen ist ein sehr gutes Auto gelungen", lobte Sebastien Buemi, derzeit Test- und Ersatzfahrer bei Red Bull und der Toro Rosso, den neuen Renner in einer Analyse bei "Auto, Motor und Sport":

"Der McLaren und der Force India gefallen mir nach dem Red Bull am besten. Hamilton und Hülkenberg können spät bremsen und früh aufs Gas. Das Auto zuckt nicht auf der Vorderachse, wenn sie beschleunigen."

"Hülk" voller Tatendrang

Aber nicht nur das Auto sorgt bei Force India für Zuversicht, durch die starken Vorstellungen des aufgestiegenen Testfahrers dürften sich die Verantwortlichen in ihrer Personalentscheidung endgültig bestätigt sehen.

Die teaminterne Beförderung hat beim früheren Williams-Lenker nach einem Jahr des Zusehens offenbar für einen gehörigen Motivationsschub gesorgt. Seinen Tatendrang und die Konstanz des Autos unterstrich Hülkenberg mit den insgesamt 209 Runden, die er an den beiden Tagen abspulte.

Nur Ex-Champion Lewis Hamilton (235 Runden) und Marussia-Rookie Charles Pic (230) waren fleißiger.

Superweich als Quali-Reifen

Vor allem bezüglich der Reifen sammelte "Hülk" bei seinen zahlreichen Umläufen wichtige Erkenntnisse. Dass er seine Top-Zeit auf den superweichen Pirelli-Pneus erzielte, war für den jungen Deutschen keine Überraschung.

"Es scheint der klassische Quali-Reifen zu sein", meinte "Hülk": "Es ist weicher Gummi, der dir zusätzlichen Grip für eine Runde gibt. Wir mussten den Reifen zumindest einmal ausprobieren, um zu sehen, wie das Auto darauf reagiert."

"Eine gute Basis"

Die Reaktion konnte sich in der Tat sehen lassen. Force India, WM-Sechster der Teamwertung des Vorjahres, dürfte seine Erwartungen für die erste Leistungskontrolle in Barcelona bereits zur Halbzeit bereits übertroffen haben.

Hülkenberg gab sich nach den guten Eindrücken dann auch vorsichtig optimistisch, eindeutige Rückschlüsse über die Leistungsfähigkeit seines Boliden ließen sich seiner Meinung nach noch nicht ziehen.

"Wir haben eine gute Basis", analysierte der Force-India-Pilot: "Man spielt bei den verschiedenen Reifen-Mischungen immer etwas mit dem Flügel. Wir wissen jetzt recht gut Bescheid, wie das Auto auf die Reifen reagiert - und es ist ziemlich gut."

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