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Der Mercedes-Rennstall kehrte in der Saison 2010 in die Formel 1 zurück © getty

Das Rätselraten über die Kräfteverhältnisse in der Formel 1 geht weiter. Beim Test in Barcelona gibt es wohl keine Auflösung.

Barcelona - Karten aufdecken oder weiter pokern?

Die Formel-1-Teams haben ab Donnerstag in Barcelona nur noch vier Tage Zeit, ihre neuen Autos auf der Strecke für den Saisonstart am 18. März in Melbourne fit zu machen.(521624DIASHOW: Die Tests in Barcelona)

Bislang gaben die insgesamt acht Testtage in Jerez und Barcelona noch nicht viel Aufschluss über die aktuellen Kräfteverhältnisse. Vor allem Sebastian Vettels Weltmeister-Team Red Bull, Verfolger McLaren oder auch Mercedes hielten sich eher bedeckt.

Und für die Fans bleibt zu befürchten, dass auch beim letzten Aufgalopp bei allen die Abteilung Tarnen und Täuschen noch im Großeinsatz sein wird. (SERVICE: Alle Resultate aus Barcelona)

Aufklärung erst in Melbourne

Entsprechend vorsichtig sind selbst die Protagonisten noch mit ihren Prognosen.

"McLaren ist konstant, die scheinen stark zu sein", ließ sich Vettel zumindest entlocken. Mercedes und Ferrari könne er nicht wirklich beurteilen, dafür habe er sie zu wenig auf der Strecke gesehen, meinte der 24-Jährige, der am Freitag und am Sonntag in Barcelona im Einsatz sein wird.

Sein Teamchef Christian Horner meinte: "Wir werden erst in Melbourne wissen, wer wie stark ist." ( DATENCENTER: Rennkalender 2012)

Pokert Mercedes, blufft Ferrari?

Schließlich ist es für alle Rennställe ein Leichtes, bei den Testfahrten über die Reifenwahl oder unterschiedliche Benzinmengen das wahre Potenzial zu verschleiern, aber selbst alle gewünschten Erkenntnisse zu sammeln. (BERICHT: Bullen-Macht und rote Fragezeichen)

So erklären sich beispielsweise der Optimismus bei McLaren oder auch bei Mercedes, trotz bislang fehlender Spitzenzeiten mit dem neuen Auto.

Oder die Gelassenheit von Ferrari-Pilot Fernando Alonso trotz einiger Probleme mit dem F2012.

Rundenzeiten ohne Aussagekraft

"Es bringt wenig, auf die Rundenzeiten zu schauen", sagte Vize-Weltmeister Jenson Button, dessen neuer McLaren-Mercedes bislang besonders viele Kilometer abgespult hat.

"Möglicherweise ist Red Bull etwas schneller als wir, aber ich bin auf alten Reifen gefahren, Vettel hatte neue", berichtete Buttons Teamkollege Lewis Hamilton nach einem Aufeinandertreffen mit dem Weltmeister während der zweiten Testwoche.

McLaren bringt für die letzten Testtage ein überarbeitetes Auto nach Barcelona, auch von Red Bull wird noch ein Update erwartet, eventuell noch ein bislang nicht gezeigter Genie-Streich von Weltmeister-Konstrukteur Adrian Newey.

FIA verbietet Privattest

Sollten die "Bullen" einen solchen noch vor der Reise nach down under auf die Strecke bringen wollen, müssten sie das allerdings jetzt in aller Öffentlichkeit tun.

Denn dem erhofften Privattest gemeinsam mit Ferrari, die ihr komplett neues Auto bislang offenbar noch nicht komplett verstanden haben, am kommenden Montag schob der Automobil-Weltverband FIA durch die Präzisierung der Testregularien einen Riegel vor. (BERICHT: Keine Testverschiebung für Red Bull)

Für die FIA ist bereits die Woche ab dem 5. März die "letzte Woche" vor dem Saisonstart, in der nicht mehr getestet werden darf.

Kein Freifahrtschein für Nachzügler

Das trifft auch das Lotus-Team von Rückkehrer Kimi Räikkönen und den Marussia-Rennstall von Timo Glock.

Lotus hatte wegen Chassis-Problemen den ersten Barcelona-Test fast komplett verpasst und damit vier Tage verloren. (BERICHT: Pannen-Chassis stoppt Iceman)

Glock muss nach dem verpatzten letzten Crashtest auf die für diese Woche geplanten ersten Runden mit dem neuen Auto komplett verzichten. (BERICHT: Glock trotz Crash-Flop kämpferisch)

Sollte der Crashtest im zweiten Anlauf bestanden werden, bleiben seinem Team nur noch stark eingeschränkte Aerodynamik-Tests und Filmaufnahmen, um das neue Auto auf der Strecke kennenzulernen.

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