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Sebastian Vettel gewann in seiner Karriere bislang 26 Formel-1-Rennen © imago

Bei den Tests in Jerez hinterlässt Red Bull einen guten Eindruck. Andere Topteams haben dagegen noch viel Arbeit vor sich.

Von Felix Götz

München - Ein zuverlässiges und schnelles Auto, dazu ein herausragender Fahrer: Diese Mischung garantiert in der Formel 1 in der Regel den Erfolg.

Bei den ersten Testfahrten der Saison in Jerez erfüllte Red Bull mit seinem dreimaligen Weltmeister Sebastian Vettel diese Voraussetzungen schon ziemlich gut.

"Für das gesamte Team war es ein erfolgreicher Test. Das Auto hatte keine Zuverlässigkeitsprobleme. Wir sind eine Menge Runden gefahren", sagte der Heppenheimer.

Bei den anderen Rennställen gab es dagegen noch einige Probleme. ( 671553 DIASHOW: Die Tests in Jerez )

SPORT1 analysiert die ersten Testfahrten der Topteams. (SERVICE: Die Resultate aus Jerez)

Red Bull

Der RB9 funktionierte zuverlässig, der Speed passt: Für die "Bullen" hätte der Test in Jerez nicht viel besser laufen können. "Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden", sagte Vettel.

Besonders beeindruckend für die Konkurrenz: Obwohl der Champion der vergangenen drei Jahre und sein Teamkollege Mark Webber in Andalusien nicht mit der schnellen Soft-Reifen-Mischung unterwegs waren, sprang für Vettel hinter Ferrari, Lotus und Force India die viertschnellste Runde der Testtage heraus.

Für Vettel ist klar, dass es in diesem Jahr in Jerez "ein bisschen besser" als 2012 lief. Da holte Red Bull am Ende der Saison den Titel. Die anderen Teams sollten also gewarnt sein.

Ferrari

Für die "Scuderia" waren die Tests in Spanien ein Auf und Ab. Felipe Massa fuhr die schnellste Zeit aller Piloten, als Ersatzfahrer Pedro de la Rosa am Steuer saß, ging der Ferrari in Flammen auf - sofort kehrten die Erinnerungen an den desaströsen Testwinter 2012 zurück.

Massas Bestzeit machte zudem niemandem Angst. Der Brasilianer war offenbar nicht nur mit den schnellen weichen Pneus, sondern auch mit einem leichten, wenig betankten Boliden unterwegs.

Das wissen vor allen anderen die Verantwortlichen des italienischen Rennstalls, weshalb niemand in Euphorie verfiel.

"Die Basis ist wie erwartet. Das aktuelle Auto unterscheidet sich von jenem, das in Melbourne in die Saison geht. Wir haben viele Daten und können uns weiter steigern", sagte Präsident Luca di Montezemolo zu "agi.it".

Fernando Alonso fehlte in Jerez und absolvierte stattdessen ein Fitnessprogramm. Der Vize-Weltmeister wird bei den am 19. Februar beginnenden zweiten Testfahrten in Barcelona wieder dabei sein.

McLaren

Was die Rundenzeiten angeht, präsentierten sich die "Chrompfeile" in mäßiger Verfassung. Die einzige Bestzeit für McLaren in den vier Testtagen fuhr Jenson Button. Insgesamt reichte es nur zu Platz neun.

Besonders die schon aus der vergangenen Saison bekannte Unzuverlässigkeit des Autos zeigte sich erneut. Ein platter Reifen, ein beschädigter Frontflügel und ein Motor, aus dem dunkler Rauch aufstieg - fast alles hatte der britische Rennstall in Spanien zu bieten.

In der Firmenzentrale in Woking gibt es also noch jede Menge zu tun. Bei McLaren selbst war man offiziell dennoch nicht unzufrieden. Von "solider Grundlagenarbeit und einem produktiven Testeinsatz" war die Rede.

Lotus

Kimi Räikkönen sicherte Lotus die zweitschnellste Runde der gesamten Tests - der Speed ist also da. Problemlos verliefen die Tage in Andalusien trotzdem nicht.

Der E21 blieb ein Mal mitten auf der Strecke stehen, ein anderes Mal kam das Auto bei einer Startübung nicht vom Fleck. Es gab Schwierigkeiten mit der Kupplung.

Im Verlaufe der Tests habe man "einige Fortschritte" gemacht, bilanzierte Räikkönen dennoch.

Allerdings räumte Lotus-Technikchef James Allison ein: "Es gibt noch einen Haufen Arbeit."

Mercedes

Mercedes kann mit dem Auftakt nicht sonderlich zufrieden sein. Insgesamt sprang nur die achtschnellste Zeit - gefahren von Nico Rosberg - heraus.

Lewis Hamilton landete außerdem mit einem Leck in der Bremsleitung in einem Reifenstapel, bei Rosbergs Boliden schlugen aufgrund eines Problems mit der Elektrik Flammen aus dem Heck.

Für Hamilton war sofort klar, dass es dem Auto an Abtrieb fehlt. Der Neuzugang warnte davor, zu schnell zu große Fortschritte vom schwäbischen Rennstall zu erwarten.

Man habe "einen Marathon und keinen Sprint" vor sich.

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