Die Staatsanwaltschaft München hat im Zuge der Ermittlungen gegen den früheren BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky auch Formel-1-Boss Bernie Ecclestone ins Visier genommen.

Laut eines Berichtes der Süddeutschen Zeitung wurde der 80 Jahre alte Brite am 6. April in München befragt, und zwar nicht als Zeuge, sondern als Beschuldigter. Der Verdacht lautet auf Beihilfe zur Untreue. Bei der Befragung durch Oberstaatsanwältin Hildegard Bäumler-Hösl habe sich Ecclestone kooperativ gezeigt, schreibt die "SZ".

Ecclestone bestätigte in einer von seinem Büro herausgegebenen Mitteilung, dass er in München gewesen ist.

"Ich habe bei den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft im Fall von Dr. Gribkowsky seit ihrer Aufnahme kooperiert. Als ich informiert wurde, dass es einen ersten Verdacht bezüglich meiner Verwicklung in diesen Fall gab, bin ich Anfang des Monats dorthin gefahren, um mit der Oberstaatsanwältin und ihrem Team zu sprechen und die Anschuldigungen gegen mich zu klären", sagte Ecclestone: "Ich bin sicher, wenn alle Fakten offen liegen, werde ich von den Vorwürfen freigesprochen, etwas Falsches getan zu haben."

Gribkowsky war im Januar wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung, der Untreue und der Korruption in Untersuchungshaft genommen worden.

Er soll im Zuge des Verkaufs der Formel-1-Anteile von der Bayerischen Landesbank an die Holdinggesellschaft CVC im Jahr 2006 knapp 50 Millionen Dollar (etwa 35 Millionen Euro) für angebliche Beratungen erhalten und in eine Stiftung in Österreich eingebracht haben, von denen weder die Landesbank noch das Finanzamt wussten.

Möglicherweise sei das Geld von Ecclestone gekommen, lautet eine Vermutung.

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