Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone hat im Zusammenhang mit den Ermittlungen der Münchner Staatsanwaltschaft gegen den früheren Banker Gerhard Gribkowsky erstmals eingeräumt, dem ehemaligen Mitarbeiter der Bayerischen Landesbank 44 Millionen Dollar gezahlt zu haben.

Das erklärte der 80 Jahre alte Brite dem Daily Telegraph, stellte aber zugleich klar, dass er sich unter Druck gesetzt gefühlt habe.

"Er sagte mir nie, wenn du mir das nicht gibst, werde ich das sagen. Aber er ließ mich im Glauben, dass er es tun könnte oder auch nicht", erklärte Ecclestone.

Zu der Zeit hätte die englische Steuerbehörde in einer langwierigen Ermittlung einen von Ecclestone kontrollierten Fonds überprüft.

"Die Steuerbehörde musste natürlich alles prüfen. Es dauerte fünf Jahre, sich da durchzuarbeiten. Ich befasste mich damit nicht. Der Fonds musste beweisen, dass alles korrekt ist", sagte Ecclestone.

Obwohl mit dem Fonds alles korrekt gewesen sei und er nichts zu verbergen gehabt habe, hätte er an Gribkowsky gezahlt, wozu ihm sogar seine Anwälte geraten hätten.

Die hätten ihm gesagt, die Behörde würde ihn überprüfen, er könne sich verteidigen.

"Du würdest drei Jahre vor Gericht verbringen und es würde dich ein Vermögen kosten. Bezahl besser", hätten die Anwälte ihm erklärt, meinte Ecclestone.

Gribkowsky hatte für die Bayern LB den Verkauf der aus der Pleite der Kirch-Gruppe übernommenen Formel-1-Anteile an die Holdinggesellschaft CVC abgewickelt, die Ecclestone als Formel-1-Chef behielt.

Die Staatsanwaltschaft hatte am Dienstag gegen Gribkowsky Anklage wegen Steuerhinterziehung, Untreue und Bestechlichkeit erhoben. Ecclestone, der persönlich befragt worden war, hatte erklärt, dass er mit der Staatsanwaltschaft kooperiere.

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