Bernie Ecclestone hat am Mittwoch vor dem Münchner Landgericht als Zeuge im Prozess gegen den früheren Banker Gerhard Gribkowsky ausgesagt.

Der 81 Jahre alte Brite wiederholte vor Gericht frühere Aussagen, dass er sich 2005 im Zuge des Verkaufs der Formel-1-Anteile der Bayerischen Landesbank an die Holding-Gesellschaft CVC von Gribkowsky unter Druck gesetzt gefühlt habe.

"Er wollte ein bisschen Geld, um sein eigenes Geschäft zu starten. Mein Gedanke war, vielleicht kann ich ihn ruhig stellen, vielleicht kann ich ihn friedlich stimmen", sagte Ecclestone und beteuerte, den 53-Jährigen nicht bestochen zu haben.

Gribkowsky steht wegen des Vorwurfs der Steuerhinterziehung, Untreue und Bestechlichkeit vor Gericht, er soll seinen damaligen Arbeitgeber Bayerische Landesbank um 48,9 Millionen Euro geschädigt haben.

Ecclestone, der nach dem Verkauf von CVC als Geschäftsführer der Formel-1-Geschäfte weiterbeschäftigt worden war, hatte mit den Behörden kooperiert und bereits vor einiger Zeit eingeräumt, Gribkowsky 44 Millionen Dollar gezahlt zu haben.

Gribkowsky habe ihn zwar nicht direkt erpresst, ihn aber im Glauben gelassen, dass er es tun könnte, hatte Ecclstone schon vor einiger Zeit erklärt. Zu der besagten Zeit hätte die englische Steuerbehörde in einer langwierigen Ermittlung einen von Ecclestone kontrollierten Fonds überprüft.

Gribkowsky seinerseits beteuert, dass er das Geld von Ecclestone für Beratertätigkeiten erhalten habe. Das Geld war an eine eigens gegründete Gesellschaft in Österreich gezahlt worden, wodurch Gribkowsky, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft, 15 Millionen Euro Steuern gespart haben soll.

Seine Anwälte erklärten, dass ihr Mandant zwar eine hohe Summe erhalten habe, die in der kleinen Welt der Formel 1 aber durchaus angemessen gewesen sei.

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