McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh hat seine neue Sauber-Kollegin Monisha Kaltenborn für ihr Durchsetzungsvermögen in der Männerdomäne Formel 1 gelobt.
"Das hier ist die Formel 1 - und die Teamchefs sind wahrscheinlich der sexistischste Haufen von Managern, den man finden kann. Aber sie geht damit fantastisch um", sagte der Brite schmunzelnd: "Sie musste diesen Sexismus und diese Skepsis ertragen. Aber ich finde, dass sie eine Superfrau ist, ich freue mich wirklich für sie."
Die 41 Jahre alte Kaltenborn, in Indien geborene Österreicherin mit deutschem Ehemann, ist gelernte Juristin und in verschiedenen Funktionen seit vielen Jahren beim Schweizer Rennstall Sauber beschäftigt. Im Oktober wurde sie von Teamgründer Peter Sauber zur Teamchefin befördert.
"Außerhalb des Marketings sind Frauen in der Formel 1 das kaum repräsentierte Geschlecht", sagte der 54-Jährige Whitmarsh, sieht den Grund dafür aber nicht in Frauenfeindlichkeit, sondern in mangelndem Interesse. "Bei uns im Team sind glaube ich zwei Prozent der Mechaniker Frauen. Aber ich glaube, dass auch nur zwei Prozent der Bewerbungen von Frauen kommen", erklärte er.
In seinem Maschinenbaustudium habe es kaum Frauen gegeben. Das sei aber der logische Weg in die Formel 1. "Wenn du ein Junge und Ingenieur bist, dann hast du es sicher leichter", meinte Whitmarsh und verwies auf seinen eigenen Karriereweg, der ihn über das Studium als Ingenieur zum Luftfahrtkonzern British Aerospace und schließlich in den Motorsport führte. "Man setzt 20 Jahre lang auf Imponiergehabe, so wie ich es getan habe - und irgendwann gibt dir jemand den Job", meinte er lächelnd.
