Der frühere Formel-1-Weltmeister Damon Hill hat den Automobil-Weltverband FIA zu einer klaren, öffentlichen Haltung zum umstrittenen Großen Preis von Bahrain aufgefordert. Präsident Jean Todt wolle politische Aussagen vermeiden, sagte Hill.

"Ich denke, das ist ein Fehler, denn genau damit ist er politisch. Er und der Sport werden benutzt. Er hat bislang nichts gesagt, um den Sport von Dingen zu distanzieren, die uns erschüttern", fügte der 52 Jahre alte Weltmeister von 1996 hinzu.

"Die Frage ist, ob die Formel 1 in Bahrain die brutalen Repressionen fördert, indem sie diese Vorgehensweise billigt. Der Großteil der Leute in der Formel 1 möchte sagen: 'Wir wollen nicht hierher kommen, um die Situation für die Menschen zu verschlimmern. Wir glauben, dass die Formel 1 viel Positives geben kann. Aber bitte behandelt die Menschen nicht brutal'", sagte der Brite: "Ich denke, das wäre keine politische Aussage, es wäre eine ethische Aussage."

Zuvor hatte Human Rights Watch berichtet, die Polizei in Bahrain habe in den vergangenen Tagen 20 Regierungs-Gegner in den Städten nahe des Sakhir Circuits verhaftet. Im vergangenen Jahr hatte das Rennen in der Nähe der Hauptstadt Manama trotz heftiger Proteste durch Oppositionelle und Menschenrechtsorganisationen stattgefunden.

Rund um den vierten Saisonlauf sorgten tägliche Zwischenfälle und ein erschossener Demonstrant weltweit für Aufsehen. 2011 war der Große Preis von Bahrain wegen politischer Unruhen nicht durchgeführt worden. Das diesjährige Rennen steigt am 21. April.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel