Gerhard Berger glaubt, dass Weltmeister Sebastian Vettel die Bestmarken von Rekordweltmeister Michael Schumacher brechen kann.

"Ihm traue ich das zu, vor allem in der Konstellation mit Red Bull und Design-Genie Adrian Newey", sagte der 54-Jährige der "Bild am Sonntag": "Vettel holt dieses Jahr seinen vierten Titel und hat ganz klar auf dem Radar, die Schumacher-Rekorde zu schlagen."

Der 26-Jährige hebe sich zudem wohltuend von vielen Kollegen ab, welche nach Ansicht Bergers "zu weit weg vom Fan leben, in einer Wolke aus Luxus, Fliegern, Yachten, Parties".

Vettel sei "die Ausnahme. Der konzentriert sich aufs Wesentliche: Seine Arbeit in der Fabrik und aufs Fahren. Deshalb ist er auch so erfolgreich."

Der Österreicher Berger, zehmaliger Grand-Prix-Sieger und ehemaliger Motorsport-Direktor von BMW, sorgt sich derweil um die schwierige wirtschaftliche Lage vieler Teams in der Königsklasse.

Den Ansatzpunkt sieht er dabei in den "ständigen technischen Veränderungen. Die sind verwirrend und mit wahnsinnigen Kosten verbunden. Gleichzeitig ist der Markt für Sponsorengelder in den letzten Jahren zurückgegangen. Diese Schere tut der Formel 1 nicht gut", sagte Berger.

Eine Ausgaben-Obergrenze sei allerdings nur "auf den ersten Blick" die Lösung. "Natürlich könnte man auch für 40 oder 50 Millionen eine spannende Formel 1 hinstellen. Denn es interessiert keinen einzigen Fan, dass durch x Versuche x verschiedene Bremsbelüftungen entwickelt werden."

Für die Hersteller sei jedoch gerade die komplizierte Technik in der Formel 1 ein Hauptgrund für das Engagement, da sie die Königklasse auf diesem Wege optimal zur Imagepflege nutzen könnten.

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