Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone (82) wird sich in der Schmiergeld-Affäre in diesem Jahr wohl nicht mehr vor Gericht verantworten müssen.

Das Oberlandesgericht München hat die Entscheidung über die Aufnahme des Prozesses gegen den umstrittenen Manager vertagt und wird voraussichtlich erst im nächsten Jahr über die Eröffnung der Hauptverhandlung entscheiden.

Ecclestones Anwälten wurde eine Fristverlängerung zum Einreichen weiterer Stellungnahmen gewährt, zudem muss der Vorsitzende Richter Peter Noll einen neuen Mitarbeiter mit der komplizierten Sachlage vertraut machen.

"Die Richter wollen sich nicht unter Druck setzen lassen, die Entscheidung soll nicht übers Knie gebrochen werden", sagte Margarete Nötzel, Pressereferentin des Oberlandesgerichts München. Eigentlich sollte Mitte September über die Eröffnung des Prozesses gegen Ecclestone entschieden worden sein.

Ecclestone ist wegen Bestechung sowie Anstiftung zur Untreue angeklagt. Der Vorwurf gegen den Formel-1-Mogul bezieht sich auf den Verkauf der damals von der Bayerischen Landesbank (BayernLB) gehaltenen Anteile an der Rennserie an den Finanzinvestor CVC im Jahr 2005.

Ecclestone soll damals Bestechungsgeld in Höhe von 44 Millionen US-Dollar an den damaligen BayernLB-Manager Gerhard Gribkowsky gezahlt haben.

Gribkowsky wurde dafür vor gut einem Jahr zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt. Ecclestone bestreitet die Vorwürfe und behauptet, von Gribkowsky erpresst worden zu sein. Dieser soll Anspielungen gemacht haben, Ecclestones undurchsichtiges Geschäftsmodell den britischen Steuerbehörden zu melden.

Der geständige Gribkowsky hatte Ecclestone in seinem Prozess massiv belastet. Richter Noll sagte in seinem Urteilsspruch, Ecclestone sei die "treibende Kraft" der Schmiergeldzahlungen gewesen und warf diesem vor, dass er Gribkowsky "ins Verbrechen geführt hat".

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