In seiner aktuellen Sport1.de-Kolumne zeigt sich DSF-Experte Udo Lattek angetan vom VfB Stuttgart. Auch Heynckes lobt er.

Hallo Fußball-Freunde,

vier Tore gegen den Spitzenreiter - Mario Gomez hat auch mich mit seiner Gala-Vorstellung beim 4:1 des VfB Stuttgart gegen den VfL Wolfsburg tief beeindruckt.

Das Kopfball-Tor zum 1:0 war fantastisch: Er steht in der Luft und dreht den Ball rein - wie aus dem Lehrfilm. Ich bewundere diesen jungen Mann.

Er ist erst 23, aber wie er sich verkauft und verhält, wie er die Mannschaft mit einbezieht, das ist großartig. Wenn ich noch mal Trainer wäre, würde ich ihn sofort holen.

Stuttgart kann sich glücklich schätzen, solch einen Spieler in den Reihen zu haben. Ein Lob hat aber auch Markus Babbel verdient.

Er hat die Mannschaft richtig zusammengeschweißt. Das ist ein Team - die Spieler rennen füreinander.

Die Mannschaft muss geschlossen sein, das ist das Geheimnis im Fußball. Babbel hat die Spannung wieder aufgebaut.

Er muss auch ein großer Psychologe sein, denn allein mit guter Trainingsarbeit ist das nicht zu regeln.

Es wäre sicherlich ein Wunder, wenn der VfB Meister werden würde. Aber es ist machbar. Am 34. Spieltag tritt Stuttgart beim FC Bayern an...

Chancen auf den Titel hat natürlich auch noch Wolfburg. Die Mannschaft leidet nicht darunter, dass Felix Magath seinen Weggang zum FC Schalke bekanntgegeben hat.

Es interessiert eine Mannschaft in dieser Situation nicht, welcher Trainer da ist. Die will dann Deutscher Meister werden. Auch wenn sie weiß, dass der Trainer den Verein verlässt.

In der Beziehung sind die Spieler knallhart. Die spielen für sich und nicht für den Trainer. Aber Wolfsburg war schon in der Hinrunde auswärtsschwach und das hat sich in Stuttgart fortgesetzt.

Spannend wird nun, wer die Magath-Nachfolge bei den "Wölfen" antritt. Thomas Schaaf ist aufgrund seiner ruhigen Art einer der wenigen Trainer, die wirklich dorthin passen würden. Ich wäre dagegen wohl kein Typ für Wolfsburg gewesen.

Ein Typ für den FC Bayern ist definitiv Jupp Heynckes. Einst war er mein Spieler und Assistent. Er arbeitet anders als ich, aber er arbeitet sehr gut.

Standardsituationen zu perfektionieren ist ein Hobby von ihm - das hat man im Spiel der Bayern gegen Cottbus gesehen. Podolski haut die Ecke rein und Demichelis trifft. Heynckes zu diesem Zeitpunkt als Trainer zu verpflichten, war absolut richtig!

Selbst Podolski blüht wieder auf. Er ist ein einfacher Typ, dem man zum richtigen Zeitpunkt Vertrauen geben muss. Andere Trainer sind mit ihm nicht zurechtgekommen.

Die haben gesagt, dass er zu faul im Training sei, nicht kämpfe und nicht den unbedingten Wille zeigte wolle.

Jetzt kommt der neue Trainer - und Podolski mischt nochmal richtig mit, damit die Bayern nachher sagen: "Den hätten wir mal lieber hier behalten."

Es wäre doch wirklich kurios, wenn ausgerechnet Podolski die Bayern noch zum Titel schießen würde. Ich bin gespannt.

Euer Udo Lattek

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