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Ein Kuss vom Bankdrücker: Andrej Arschawin mit dem Supercup © getty

Nach dem Sieg im Supercup bläst Zenit nun zum Angriff auf die Champions League. Das Fehlen eines Superstars fällt nicht auf.

Monte Carlo - Die Erfolgsgeschichte des russischen Fußballs hat sich auch im europäischen Supercup fortgesetzt.

Nachdem UEFA-Cup-Sieger Zenit St. Petersburg durch ein 2:1 gegen Champions-League-Gewinner Manchester United die prestigeträchtige Trophäe in Monte Carlo als erstes Team nach Russland geholt hatte, gab es auch anerkennende Worte vom Gegner.

"Man kann nicht bestreiten, dass Zenit das Spiel verdient gewonnen hat", sagte voller Respekt ManU-Teammanager Sir Alex Ferguson, der aber trotz des prunkvollen Rahmens ebenso wie sein Kollege Dick Advocaat von einem "Freundschaftsspiel" sprach.

Der niederländische Coach in Diensten der Russen war nach dem erfolgreichen Test gegen den 17-maligen englischen Meister von seinem Team aber sichtlich angetan.

"Warum nicht auch in der Champions League?"

"Mit meiner Mannschaft bin ich zufrieden. Heute haben wir schon einmal gezeigt, was man von uns in der Champions League erwartet kann, auch wenn die Spiele dort anders einzuschätzen sind als die heutige Partie", erklärte Advocaat: "Wir haben aber im UEFA-Pokal Erfolg gehabt, warum sollte uns das in der Champions League nicht gelingen?"

Bei seiner ersten Teilnahme an der Königklasse trifft Zenit in der Gruppe H unter anderem auf die Top-Teams Real Madrid und Juventus Turin, was die Profis von Advocaat aber nach ihrer guten Vorstellung gegen die "Red Devils" nicht schreckt.

"Unsere Mannschaft spielte sehr gut und kann sich zu diesem Sieg gratulieren lassen, denn United ist ein starkes Team. Zenit spielte sowohl im Angriff als auch in der Verteidigung sehr gut, deshalb müssen wir niemanden fürchten", erklärte der portugiesische Nationalspieler Danny.

In der 59. Minute hatte er zum 2:0 im ersten Spiel für seinen neuen Arbeitgeber getroffen und war nach dem Abpfiff als "Mann des Spiels" ausgezeichnet worden.

Ruhender Ball sorgt für erstes Tor

Zenit hatte erst zu Wochenbeginn für den Mittelfeldspieler die russische Rekordablösesumme von 30 Millionen Euro an Dynamo Moskau überwiesen.

Der russische Nationalspieler Pawel Pogrebnijak, der wegen einer Sperre das UEFA-Cup-Finale gegen die Glasgow Rangers (2:0) und anschließend wegen einer Verletzung die EM verpasst hatte, brachte den Außenseiter in Führung. Für den Anschlusstreffer der Englänger sorgte Nemanja Vidic (72.).

Zenit bestimmte die erste Hälfte. Doch erst nach einer Standardsituation fiel der erste Treffer. Pogrebnijak köpfte aus kurzer Distanz ein. Auch nach der Pause waren die Russen spielbestimmend. Danny schloss einen Sololauf über die linke Seite mit einem satten Flachschuss zum 2:0 ab.

Arschawins Abwesenheit wirkt sich nicht aus

Erst danach spielte ManU nach vorn und erarbeitete sich Torchancen. Mehr als der Anschlusstreffer durch Vidic nach Pass von Carlos Tevez sprang für Manchester aber nicht heraus. In der 90. Minute sah Paul Scholes die Gelb-Rote Karte, nachdem er den Ball aus gut elf Metern ins Tor gefaustet hatte.

Manchester musste auf den früheren Münchner Owen Hargreaves verzichten, der an einer langwierigen Knieverletzung laboriert.

Bei Zenit saß Andrej Arschawin, dessen Stern beim UEFA-Pokal-Sieg und bei der beeindruckenden Erfolgsserie der Russen bis ins Halbfinale der EURO 2008 aufging, nur auf der Bank - was sich aber nicht negativ auswirkte.

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