DSF-Experte Udo Lattek kritisiert die Bremer Überheblichkeit und glaubt, dass der HSV auf seine Transfers vorbereitet war.

Hallo Fußball-Freunde,

am meisten hat mich am Wochenende der überhebliche Auftritt von Werder Bremen gegen Gladbach gewundert.

Die Mannschaft hat geglaubt, sie könne das so im Vorbeigehen machen. Die haben die bisherigen Saisonergebnisse von Gladbach gehört und haben gedacht, sie können das gegenerische Team dann vorführen.

Sie versuchen das Spiel nur mit spielerischen Elementen zu gewinnen und das kann keine Mannschaft. Ob ich nun 80 Prozent Ballbesitz habe oder gar keinen - die Tore entscheiden.

Die Mannschaft muss einfach wieder mehr in die Zweikämpfe gehen. Wer mehr Zweikämpfe gewinnt, gewinnt auch das Spiel. Der Ballbesitz ist nicht entscheidend.

Aber Klaus Allofs und Thomas Schaaf sind ja keine Blinden. Die wissen genau, was sie tun. Anscheinend waren sie mit dem Kader so zufrieden, sonst hätten sie hundertprozentig noch irgendwas gemacht.

Nach der Leistung vom Wochenende gibt's auf jeden Fall intern erstmal richtig was auf die Nuss und das muss auch mal sein.

Beim HSV läuft es dagegen optimal. Und jetzt hat der Klub auch noch Marcell Jansen, Mladen Petric und Thiago Neves verpflichtet.

Ich war überrascht, wie schnell das alles ging. Das ist alles perfekt abgelaufen und es kann nicht sein, dass die Einkäufe von heute auf morgen erst passiert sind. Der HSV war darauf vorbereitet.

Man wusste, wieviel Geld man einnehmen kann, dass van der Vaart geht und hatte die Personalien schon geregelt.

Der HSV muss bei den Investitionen nun kurzfristig in die Champions League kommen, sonst ist es aus und vorbei, versagt, Thema durch.

Bei Petric muss man abwarten. Ich habe aus Dortmunder Kreisen gehört, dass man dort nicht so traurig war, als er weggegangen ist, weil er doch ein relativ schwieriger Spieler sein soll.

Aus meiner Sicht war er ein ganz hervorragender Spieler, aber in der Mannschaft hat er nicht die Akzeptanz gehabt.

Zum schleppenden Start des FC Bayern: Man kann als Trainer nicht zu einer Mannschaft kommen und sagen: "Ich habe jetzt folgendes System und muss mir die Spieler dazu backen."

Ich muss mir die Spieler anschauen, die ich zur Verfügung habe und danach dann meinen Plan machen und mein System spielen.

Ich kann einer Mannschaft das System nicht aufzwingen, wenn die Mannschaft das System nicht verinnerlicht und annimmt.

Ich weiß nicht, ob Jürgen Klinsmann das macht, ich sage nur, man kann nicht mit einem neuen Wunder-System kommen, wenn die Spieler das nicht verinnerlichen.

Dann ist man zum Scheitern verurteilt.

Bis nächste Woche,

Euer Udo Lattek

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel